Mittelmeer Flüchtlingsretter beklagen prekäre Lage auf ihren Schiffen

Dutzende Flüchtlinge harren vor Malta auf den Schiffen "Sea-Watch 3" und "Professor Albrecht Penck" aus, das Land will sie nicht aufnehmen. Die deutschen Retter warnen: "Die Situation an Bord wird immer instabiler."

Die "Professor Albrecht Penck" vor Malta
AFP

Die "Professor Albrecht Penck" vor Malta


Vor Malta verschlechtert sich die Lage für 49 gerettete Flüchtlinge: Sie sitzen nach wie vor an Bord zweier Rettungsschiffe fest. Die Boote deutscher Hilfsorganisationen durften aufgrund des hohen Seegangs vergangene Woche in der Nähe der Küste Maltas Schutz suchen - allerdings nicht anlegen.

"Inzwischen werden die Trink- und Brauchwasservorräte des Schiffes streng rationiert", teilte die Organisation Sea-Eye am frühen Montagmorgen mit. Sie hatte am 29. Dezember in internationalen Gewässern vor Libyen 17 Menschen an Bord der "Professor Albrecht Penck" genommen. Die Geretteten schliefen seit mehr als einer Woche auf der Krankenstation, sie teilten sich nur eine Toilette, hieß es weiter von Sea-Eye. Matratzen und Wechselkleidung gebe es nicht.

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Die Seenotretter von Sea-Eye: Lavieren im Mittelmeer

Auch ein Schiff der Organisation Sea-Watch befindet sich weiter vor der Küste Maltas. Die 32 Menschen an Bord der "Sea-Watch 3" wurden bereits am 22. Dezember gerettet. Die Lage für die Menschen ist nach Angaben der Organisation kritisch. Der Arzt an Bord der "Sea Watch 3", Frank Dörner, sagte in einem Video auf Twitter: "Die Situation hier an Bord wird immer instabiler." Die Menschen seien traumatisiert, dazu kämen Seekrankheit und die Unsicherheit. "Es ist eine sehr katastrophale Situation."

Sea-Eye-Vorstand Jan Ribbeck sagte: "Wenn das so weitergeht, dann werden wir Malta in Kürze um Unterstützung und Auffüllung unserer Vorräte bitten müssen. Unsere Treibstoffvorräte sind ebenfalls endlich." Auch für die 18 Besatzungsmitglieder der "Professor Albrecht Penck" seien die Grenzen der Belastbarkeit längst überschritten.

Malta, Italien und Spanien lehnen eine Aufnahme der Flüchtlinge ab. Ein Sprecher des Bundesinnenministeriums hatte am Samstag gesagt, man sei zur Aufnahme der Menschen bereit - allerdings im Rahmen einer "breiten europäischen Verteillösung". Papst Franziskus hatte sich ebenfalls eingeschaltet und einen "betrübten Appell" an die europäischen Staats- und Regierungschefs gerichtet, sich solidarisch mit den 49 Menschen zu zeigen.

aar/dpa/AFP

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