Drama vor asiatischen Küsten USA fordern mehr Schutz für Flüchtlinge

Tausende Menschen treiben hilflos auf Booten vor den Küsten südostasiatischer Staaten - doch die haben ihre Grenzen größtenteils dicht gemacht. Nun verlangen die USA von den verantwortlichen Ländern mehr Engagement.

Malaysische Patrouille: Dramatische Situation vor südostasiatischen Küsten
DPA

Malaysische Patrouille: Dramatische Situation vor südostasiatischen Küsten


Ihre Lage ist dramatisch: Tausende Flüchtlinge sind auf Booten vor südostasiatischen Küsten unterwegs, sie wollen nach Thailand, Malaysia oder Indonesien. Doch die Staaten haben ihre Grenzen dicht gemacht. Viele Flüchtlingsboote werden abgefangen, zur Umkehr gezwungen oder in die Gewässer des Nachbarlandes gedrängt. Menschenrechtler sprechen von "menschlichem Ping-Pong".

Die US-Regierung fordert nun mehr Engagement von den südostasiatischen Staaten. "Wir drängen die Länder der Region, schnell zusammenzuarbeiten, um zuallererst die Leben der Migranten zu retten, die derzeit auf See sind und dringend Rettung benötigen", sagte der US-Außenamtssprecher Jeff Rathke am Freitag.

Außenminister John Kerry telefonierte demnach am Donnerstagabend mit seinem thailändischen Kollegen Thanasak Patimaprakorn über die Situation der Bootsflüchtlinge und die Möglichkeit, dass Thailand ihnen vorübergehend Schutz gewährt.

Mehr als hundert Migranten wurden am Samstag auf einer Insel in der südlichen Provinz Phang Nga gefunden. Wie sie auf die Insel sind, sei noch nicht geklärt, sagte der Provinzgouverneur. Am Freitag hatten indonesische Fischer vor der Küste mehr als 700 Flüchtlinge von einem sinkenden Schiff gerettet.

US-Außenamtssprecher Rathke dankte Thailand, Indonesien und Malaysia dafür, dass sie allein in dieser Woche 3000 Migranten aufgenommen haben, warnte aber zugleich vor der Zurückweisung von Booten - wie sie in den vergangenen Tagen wiederholt vorkam. Die Flüchtlinge wurden teilweise mit Nahrung und Treibstoff versorgt und dann in ihren Schiffen wieder auf hohe See geschleppt.

Die US-Regierung sei in Gesprächen, wie sie helfen könne, so Rathke. Sie werde dazu eine Delegation zu dem Gipfel entsenden, den Thailand für den 29. Mai angesetzt hat.

Aktivisten schätzen, dass derzeit bis zu 8000 Migranten in Südostasien auf dem Meer unterwegs sind. Die Flüchtlinge berichten von qualvollen Tagen auf See. Viele von ihnen sind Rohingya - eine muslimischen Minderheit, die vor allem in Burma unterdrückt wird.

Eine Lösung der Flüchtlingsfrage ist nicht in Sicht: Indonesien, Malaysia und Thailand wollen auch künftig Schiffe zurückweisen. Und Burma droht, den geplanten Gipfel zu boykottieren.

hut/AFP/Reuters/AP



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