Flüchtlinge in Bangladesch Rohingya sollen binnen zwei Jahren zurück nach Burma

Die Pläne zur Rückführung der geflüchteten Rohingya nach Burma werden konkreter: Innerhalb von zwei Jahren sollen sie Bangladesch verlassen können. Laut der Uno gibt es aber noch "große Herausforderungen".

Flüchtlingslager in Bangladesch
AP

Flüchtlingslager in Bangladesch


Die aus Burma nach Bangladesch geflüchteten Rohingya sollen binnen zwei Jahren zurückgeführt werden. Die Regierung von Bangladesch teilte mit, dass sich beide Länder auf einen entsprechenden Zeitrahmen geeinigt hätten. Die ersten Mitglieder der muslimischen Minderheit sollen noch im Januar zurückkehren. Sie sollen in Burma den Angaben zufolge zunächst in einem Auffanglager und dann in Häusern unterkommen, die noch gebaut werden sollen.

Insgesamt sollen demnach mehr als 650.000 Rohingya nach Burma zurückgeführt werden. Darauf, dass die geflüchteten Rohingya zurückkehren dürfen, hatten sich Burma und Bangladesch bereits Ende November geeinigt (Lesen Sie hier einen Kommentar zu der Rückführung und den bleibenden Problemen).

Die Uno forderte unterdessen, dass die Flüchtlinge über die Bedingungen in Burmas nördlichem Staat Rakhine aufgeklärt werden, bevor sie freiwillig und sicher zurückkehren. "Es müssen noch große Herausforderungen bewältigt werden", sagte ein Sprecher der Vereinten Nationen.

Geflüchtete Rohingya warten auf die Verteilung von Essen
AP

Geflüchtete Rohingya warten auf die Verteilung von Essen

Die muslimischen Rohingya werden im mehrheitlich buddhistischen Burma seit Jahrzehnten systematisch unterdrückt. Ende August war der Konflikt eskaliert, als Rohingya-Rebellen Soldaten und Polizisten angriffen und Dutzende Sicherheitskräfte getötet hatten. Das Militär hatte mit brutaler Gegengewalt reagiert. Vor wenigen Tagen gestand die Armee erstmals, Rohingya getötet zu haben. Das Militär bezeichnete die Opfer als "bengalische Terroristen".

Insgesamt wurden seit der Eskalation des Konflikt Hunderte Rohingya durch das Militär getötet. Die Ärzte ohne Grenzen sprechen sogar von Tausenden Todesopfern - allein im ersten Monat der Gewalt. Rund 655.000 Rohingya flüchteten ins verarmte Nachbarland Bangladesch. Die Uno, die USA und Menschenrechtsorganisationen sprechen von "ethnischen Säuberungen".

Menschenrechtsorganisationen kritisieren das Land und die Regierung um Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi wegen kriegsähnlicher Zustände. Unter diplomatischem Druck hatte Burma zuletzt eingewilligt, dass die ins Nachbarland geflohenen Rohingya zurückkehren dürfen.

aev

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