Flüchtlinge Polizei räumt Teile des "Dschungels" von Calais

Hunderte Flüchtlinge in Calais verlieren ihre Unterkunft: Die französischen Behörden haben damit begonnen, Teile des sogenannten Dschungels zu räumen. Die Aktion soll mehrere Wochen dauern.

REUTERS

Die umstrittene Räumung des Flüchtlingslagers in Calais hat begonnen. Begleitet von einem großen Polizeiaufgebot rissen am Montag etwa 20 Bauarbeiter behelfsmäßige Unterkünfte der Migranten ab.

Mehrere Hilfsorganisationen versuchten, die Auflösung mit Protesten zu verhindern. Die Präfektur der nordfranzösischen Hafenstadt rechnet damit, dass die Räumung mehrere Wochen dauern könnte. Für alle Flüchtlinge, die ihre Unterkunft verlieren, soll ein neuer Platz gefunden werden, hieß es.

Etwa 800 bis 1000 Einwanderer, die im Süden des als "Dschungel von Calais" bekannten Baracken- und Zeltlagers leben, sind nach offiziellen Angaben von der Räumung betroffen. Unterstützer der Lagerbewohner sprechen jedoch von mindestens 3400 Menschen, darunter Frauen und kleine Kinder. Nach der Ankündigung der französischen Regierung hatte ein Gericht in Lille die Aktion im südlichen Teil des Lagers in der vergangenen Woche bestätigt.

In Calais sammeln sich seit Jahren Menschen, die illegal auf Zügen oder in Lkw über den Eurotunnel nach Großbritannien gelangen wollen. Sie versprechen sich dort bessere Chancen und beantragen deswegen kein Asyl in Frankreich. Nach Behördenangaben halten sich derzeit knapp 4000 Migranten dort auf, sie leben unter teils Slum-ähnlichen Bedingungen.

Video: Reportage aus dem "Dschungel" (25.02.2016)

Pierre Gautheron
Lesen Sie hier eine Reportage von Christoph Seidler aus dem "Dschungel von Calais".

syd/brk/AFP/dpa

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