Griechisch-mazedonische Grenze Flüchtlingslager Idomeni versinkt im Schlamm

Die hygienischen Zustände im Aufnahmelager Idomeni sind katastrophal. Es regnet seit Tagen an der griechisch-mazedonischen Grenze, die Menschen im Camp leben im Dreck. Einige Migranten ziehen offenbar wieder ins Landesinnere.


Schwere Wolken hängen am Himmel, dick und grau. Auf dem matschigen Boden sammelt sich das Wasser in Pfützen, viele Menschen haben sich Plastikfolien übergeworfen. Die Zelte halten den Regen kaum noch ab. Zwei Tage lang hat es in Idomeni geschüttet. Als wäre die Situation nicht schon schwierig genug.

Mindestens 13.000 Flüchtlinge harren hier an der griechisch-mazedonischen Grenze aus. Der Weg nach Norden ist dicht, die sogenannte Balkanroute von Griechenland in Richtung Westeuropa faktisch geschlossen. Slowenien, Kroatien, Serbien und Mazedonien lassen seit Mittwoch niemanden ohne Reisepass und Visa passieren. Damit sitzen insgesamt mehr als 35.000 Menschen in Griechenland fest.

Schließung der Balkanroute
In Idomeni sind die Zustände katastrophal, die hygienischen Bedingungen schlecht. Der anhaltende Regen hat das Aufnahmelager in eine Schlammwüste verwandelt. Hunderte Menschen, unter ihnen auch viele Kinder, litten unter schweren Erkältungen, Atemwegsbeschwerden und Durchfall, berichteten Ärzte des kleinen Krankenhauses der Ortschaft Polykastro nahe Idomeni.
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Flüchtlinge: Aufnahmelager Idomeni versinkt im Schlamm

Vertreter der griechischen Behörden, aber auch Hilfsorganisationen ermutigen die Menschen abzureisen. Es sei sinnlos, im Schlamm zu warten, weil die Grenze zu Mazedonien vorerst nicht aufgemacht werde, hieß es.

Mehr als 250 Migranten hätten das Aufnahmelager in Idomeni an der griechisch-mazedonischen Grenze freiwillig verlassen, hieß es. Vor allem Familien seien mit Bussen in organisierte Lager im Großraum Athen gebracht worden, berichteten griechische Medien am Donnerstagmorgen.

Zu Wochenbeginn hatte der stellvertretende griechische Verteidigungsminister Dimitris Vitsas angedeutet, das Lager könnte wegen der unhaltbaren Zustände evakuiert werden. "Noch ist keine Polizeiaktion in diese Richtung geplant", sagte ein Grenzpolizist aus der Region Idomeni der Nachrichtenagentur dpa am Donnerstag.

Ein Ende des Zustroms von Migranten über die Türkei nach Griechenland ist vorerst nicht abzusehen. Am Donnerstagmorgen kamen rund 800 Migranten von den griechischen Ägäis-Inseln Lesbos und Chios in der Hafenstadt Piräus an. Am Abend wurde eine weitere Fähre mit etwa 300 Migranten an Bord erwartet. Dies teilte die Küstenwache mit.

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Der Bürgermeister der Insel Chios rief die Regierung in Athen auf, sofort eine weitere Fähre einzusetzen, damit die Insel entlastet werde. In Chios warteten mehr als 3000 registrierte Migranten auf ihre Weiterreise zum Festland, berichtete das Staatsradio (ERT) weiter.

IM VIDEO: Interview mit einem Helfer in Idomeni

SPIEGEL ONLINE / REUTERS

kev/dpa

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