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Rettungseinsätze der Küstenwache: Tausende Flüchtlinge über Weihnachten im Mittelmeer gerettet

Flüchtlinge im Hafen von Piräus (26. Dezember): 800.000 kamen über die Ägäis Zur Großansicht
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Flüchtlinge im Hafen von Piräus (26. Dezember): 800.000 kamen über die Ägäis

Auch kurz vor Jahresende riskieren Tausende bei der Flucht über das Mittelmeer nach Europa ihr Leben. Allein vor Sizilien rettete die italienische Küstenwache am ersten Weihnachtstag 751 Menschen.

Die Zahl der Flüchtlinge, die über das Mittelmeer nach Europa kommen, ist auch über Weihnachten unverändert hoch. In Griechenland kamen am ersten Weihnachtstag im Hafen von Piräus rund 1700 Menschen an. Sie waren zuvor von der Türkei aus auf die Inseln Lesbos, Chios und Samos übergesetzt, wie die griechische Küstenwache mitteilte. Damit sind seit Montag mehr als 12.000 Migranten und Flüchtlinge in Piräus angekommen.

Dabei ist das Mittelmeer als Fluchtroute nach wie vor lebensgefährlich. Allein am ersten Weihnachtstag rettete die italienische Küstenwache 751 Bootsflüchtlinge aus dem Seegebiet vor Sizilien. Sie seien bei sechs verschiedenen Operationen im Mittelmeer geborgen worden, teilte sie auf Twitter mit.

Am zweiten Weihnachtstag waren es laut der Küstenwache allein am Vormittag weitere 179 Menschen, die aus dem Mittelmeer gerettet wurden.

Insgesamt wurden damit nach Zahlen der Küstenwache seit Anfang der Woche mehr als 2200 Bootsflüchtlinge im Meer zwischen Nordafrika und Italien in Sicherheit gebracht. An den Rettungseinsätzen war auch der deutsche Einsatzgruppenversorger "Berlin" beteiligt, der zur EU-Mission Navfor Med (Operation Sophia) gehört.

Allerdings kamen die Rettungskräfte auch in den vergangenen Tagen häufig zu spät. Dutzende Menschen konnten nur noch tot aus dem Mittelmeer geborgen werden.

Laut dem Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen (UNHCR) und der Internationalen Organisation für Migration (IOM) gelangten seit Jahresbeginn mehr als 800.000 Menschen über die Ägäis von der Türkei nach Griechenland. Etwa 150.000 Flüchtlinge kamen auf dem Seeweg nach Italien. Letzteres ist ein Rückgang gegenüber 2014, als 170.000 Schutzsuchende über diese Route kamen.

Am westlichen Ende des Mittelmeers - allerdings auf dem Landweg - stürmten 185 Afrikaner die Grenzanlagen von Ceuta. Sie schafften es auf diese Weise von Marokko aus auf das Gebiet der spanischen Nordafrika-Exklave zu gelangen. Zwei Flüchtlinge kamen bei der Aktion in der Weihnachtsnacht ums Leben. Wie die staatliche Nachrichtenagentur Efe berichtete, waren an dem Massenansturm - einem der größten seit mehreren Monaten - mehr als 250 Afrikaner beteiligt.

Die marokkanische Polizei nahm nach Angaben der Behörden des nordafrikanischen Landes 104 Migranten fest. Zwölf Afrikaner erlitten bei dem Massenansturm schwere Verletzungen. Etwa 30 wurden nach Informationen der örtlichen Zeitung "El Faro" leicht verletzt.

fdi/dpa

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