Flüchtlinge Mazedonien erklärt den Ausnahmezustand

Immer mehr Flüchtlinge versuchen, durch das Transitland Mazedonien nach Europa zu gelangen. Jetzt hat die Regierung den Ausnahmezustand ausgerufen und die Grenze zu Griechenland stellenweise geschlossen.


Die Regierung in Mazedonien hat den Ausnahmezustand erklärt: Der "verstärkte Druck" auf die südliche Landesgrenze sowie eine verstärkte Zuwanderung von Flüchtlingen aus Griechenland machten dies erforderlich, hieß es aus dem Innenministerium in Skopje. Um die Krise zu bewältigen, müsse die Grenzregion besser kontrolliert werden, unter anderem durch den Einsatz des Militärs.

Hilfsorganisationen schätzen, dass jeden Tag mehr als 2000 Menschen illegal die griechisch-mazedonische Grenze überqueren. Die Regierung in Skopje hatte deswegen erst kürzlich Hilfe von der Europäischen Union (EU) verlangt. Mit Blick auf den Nachbarn Griechenland sagte Innenminister Mitko Cavkov, die EU sei in der Pflicht, weil das "Problem" in Mazedonien aus einem EU-Mitgliedstaat importiert werde. Sein Land verfüge über keine ausreichenden Kapazitäten, um alle Flüchtlinge zu erfassen.

Die mazedonische Polizei hat laut Medienberichten die Grenze zu Griechenland an einer wichtigen Route blockiert und damit Tausende Flüchtlinge festgesetzt. Konkret betroffen war demnach die Hauptverkehrsader zwischen Skopje und der griechischen Hauptstadt Athen. Nur sporadisch sei kleinen Gruppen die Einreise gestattet worden, hieß es.

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Ausnahmezustand: Tausende Flüchtlinge in Mazedonien
Ziel der Behörden ist es, den Druck auf die grenznahe Stadt Gevgelija zu mindern. Von dort versuchen jeden Tag zahlreiche Flüchtlinge, einen der drei Züge in Richtung Serbien zu nehmen, von wo sie meist weiter in Richtung Norden reisen wollen.

Videokommentar vom "Syrien-Express"

SPIEGEL ONLINE

kry/AFP/dpa



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