Migration Mehr als 600 Flüchtlinge vor Spanien aus dem Mittelmeer gerettet

Weil Italien kaum noch Bootsflüchtlinge ins Land lässt, zieht es Migranten aktuell vor allem nach Spanien: Die Küstenwache hat dort nun wieder Hunderte Menschen aus insgesamt 16 Booten aufgenommen.

Migranten vor Spanien
A Carrasco Ragel/EPA-EFE/REX/Shutterstock

Migranten vor Spanien


Vor Zypern und vor Spanien sind zahlreiche Flüchtlinge aus dem Meer gerettet worden. Eine besonders große Gruppe nahm die spanische Küstenwache auf: Insgesamt seien in der Straße von Gibraltar sowie im Alborán-Meer zwischen Marokko und Spanien 626 Menschen aus 16 Booten gerettet worden, sagte ein Sprecher der Küstenwache der Nachrichtenagentur AFP. Die Küstenwache Zyperns rettete zudem 36 Flüchtlinge.

Die Migranten, die sich auf der Überfahrt nach Spanien befanden, stammten nach den Angaben der Küstenwache aus Ländern südlich der Sahara und aus Nordafrika. Rettungskräfte waren laut dem Sprecher zudem zu einem weiteren in Seenot geratenen Boot unterwegs. Die Zahl der Menschen auf diesem Boot war zunächst aber nicht bekannt.

Im Video: Flüchtlingsretter im Mittelmeer

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Spanien hat Italien inzwischen als Hauptankunftsland für Migranten in der EU abgelöst. Die neue rechts-populistische Regierung in Rom lässt kaum noch Bootsflüchtlinge ins Land, zudem scheinen die libyschen Behörden verstärkt gegen Schlepper vorzugehen. Viele Migranten weichen deshalb in die Nachbarländer Algerien und Marokko aus, um von dort aus die Überfahrt nach Spanien zu wagen.

In diesem Jahr kamen nach Angaben der Internationalen Organisation für Migration (IOM) bereits mehr als 28.500 Flüchtlinge über das Meer in Spanien an. 313 starben bei dem Versuch.

14 syrische Kinder unter den Geretteten vor Zypern

Die geretteten Flüchtlinge vor Zypern stammten allesamt aus Syrien. Die Polizei teilte mit, vor der Südostküste des Landes sei ein Boot mit jeweils elf Männern und Frauen sowie 14 Kindern aus Syrien an Bord entdeckt worden.

Eine Patrouille der Küstenwache habe das Boot gestoppt und die Gruppe zum Hafen des Badeortes Protaras gebracht. Die Regierung sieht sich inzwischen mit der steigenden Zahl der Flüchtlinge überfordert.

Wo die 36 Flüchtlinge ihre Fahrt begonnen hatten, war zunächst unklar. In den vergangenen zwölf Monaten waren immer öfter syrische Flüchtlinge von der Türkei aus in das EU-Land Zypern gekommen.

Allein in den vergangenen drei Tagen kamen mehr als 130 Flüchtlinge in sieben verschiedenen Booten nach Zypern. Innenminister Konstantinos Petrides hatte am Wochenende gesagt, das Land habe die Grenze seiner Aufnahmekapazitäten erreicht. Am Montag sagte er im Radio, Zypern zähle inzwischen mehr Asylanträge als Griechenland.

Der Inselstaat liegt nur 160 Kilometer von der syrischen Mittelmeerküste entfernt. Derzeit beherbergt Zypern rund 10.000 Migranten, rund 4000 Asylanträge sind anhängig. Die meisten der Antragsteller sind Syrer.

aev/AFP



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