Hilfe für Opfer im Syrienkrieg Russland, Saudi-Arabien und Frankreich zahlen viel zu wenig

Die Hilfsorganisation Oxfam klagt an: Ausgerechnet die Staaten, die am Konflikt in Syrien beteiligt sind, tun viel zu wenig, um den Opfern dieses Krieges zu helfen.

Syrische Flüchtlinge in Jordanien: Oxfam kritisiert die internationale Gemeinschaft
REUTERS

Syrische Flüchtlinge in Jordanien: Oxfam kritisiert die internationale Gemeinschaft


Russland, Saudi-Arabien, Frankreich - alle drei Staaten sind in den Syrienkrieg verstrickt. Moskau unterstützt die Truppen von Staatschef Baschar al-Assad, Saudi-Arabien leistet Rebellen Militärhilfe, und Frankreich beteiligt sich am internationalen Militäreinsatz gegen die Terrororganisation "Islamischer Staat" (IS).

Doch gemessen an ihrer Wirtschaftsleistung tun alle drei Staaten viel zu wenig, um den Opfern des syrischen Bürgerkriegs zu helfen, kritisiert die Hilfsorganisation Oxfam. Russland spendet nur ein Prozent des Anteils, der gemessen an der Wirtschaftskraft eigentlich auf das Land entfalle. Bei Saudi-Arabien sind es 28 Prozent. Beide Staaten weigern sich zudem, überhaupt syrische Flüchtlinge aufzunehmen.

Frankreich gibt etwa 45 Prozent seines sogenannten "fairen Anteils", die USA rund 76 Prozent, sind aber gemessen an den absoluten Zahlen der größte Geldgeber. Deutschland hat laut Oxfam bislang etwa 152 Prozent dessen gespendet, was angemessen wäre.

Mehrere europäische Staaten spenden weitaus mehr, als sie gemessen an ihrer Wirtschaftskraft eigentlich müssten. So geben Norwegen 385 Prozent, Dänemark 318 Prozent und Großbritannien rund 237 Prozent ihres "fairen Anteils".

Insgesamt habe die Weit 2015 aber nur 56,5 Prozent der benötigten 8,2 Milliarden Euro für die Syrien-Hilfe ausgegeben.

Kritik äußerte Oxfam auch wegen der mangelnden Bereitschaft, Flüchtlinge aus Syrien aufzunehmen. So hätten die USA mit den zugesagten 10.000 Menschen nur sieben Prozent ihres Anteils erfüllt. Dagegen hätten Kanada, Norwegen und Deutschland (113 Prozent) ihre Quoten übererfüllt. Allein in der Bundesrepublik wurden im vergangenen Jahr knapp 160.000 Asylbewerber aus Syrien registriert. Viele weitere wurden wegen des Rekordandrangs noch nicht erfasst.

syd/Reuters



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