Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.

Streit in der EU: Polen will nur "symbolische Zahl" an Flüchtlingen aufnehmen

Ministerpräsidentin Kopacz: "Ich kann heute sagen, dass nicht zu viele kommen werden" Zur Großansicht
AP/dpa

Ministerpräsidentin Kopacz: "Ich kann heute sagen, dass nicht zu viele kommen werden"

Polens Regierung will den anderen EU-Staaten bei der Verteilung der Flüchtlinge kaum entgegenkommen. Ministerpräsidentin Kopacz spricht von einem "kleinen Teil", der in ihrem Land Schutz finden soll.

Am Mittwoch wollen die Staats- und Regierungschefs der Europäischen Union auf einem Sondergipfel über eine gerechtere Verteilung der Flüchtlinge beraten. Auf allzu großes Entgegenkommen aus Polen sollten Deutschland, Österreich, Schweden und andere EU-Länder dabei nicht hoffen.

"Wir werden nur eine symbolische Zahl an Flüchtlingen aufnehmen, einen kleinen Teil", kündigte die polnische Ministerpräsidentin Ewa Kopacz im staatlichen Fernsehen an. "Ich kann heute sagen, dass nicht zu viele kommen werden. Definitiv viel weniger als in den Neunzigerjahren, als Polen mehr als 80.000 Flüchtlinge aus Tschetschenien aufnahm."

Ursprünglich hatte sich die Regierung in Warschau bereit erklärt, 2000 Asylbewerber aufzunehmen. Anfang des Monats stellte Kopacz unter bestimmten Bedingungen eine Aufstockung in Aussicht, ohne konkrete Zahlen zu nennen.

Bei ihrem TV-Auftritt betonte die Regierungschefin, dass Polen ausschließlich Kriegsflüchtlinge, nicht aber Wirtschaftsflüchtlinge akzeptieren werde.

Am Wochenende kamen wieder Zehntausende Schutzsuchende über den Balkan nach Österreich. Viele von ihnen flüchten vor dem Bürgerkrieg aus Syrien. Die steigenden Zahlen könnten dazu führen, dass auch wieder mehr Flüchtlinge nach Deutschland kommen, wo die Zahl der Neuankömmlinge zuletzt sank. Die Bundesregierung drängt daher darauf, dass auch die osteuropäischen Staaten deutlich mehr Menschen aufnehmen als bisher.

syd/Reuters

Diesen Artikel...

© SPIEGEL ONLINE 2015
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH




Fotostrecke
Balkanroute: Regierungen zerstreiten sich um Flüchtlinge

Anzeige
  • Maximilian Popp (Hrsg.):
    Tödliche Grenzen

    Die Krise der europäischen Flüchtlingspolitik.

    SPIEGEL E-Book; 2,99 Euro.

  • Bei Amazon kaufen.


Der kompakte Nachrichtenüberblick am Morgen: aktuell und meinungsstark. Jeden Morgen (werktags) um 6 Uhr. Bestellen Sie direkt hier: