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Italien: Kirchen ermöglichen tausend Flüchtlingen legale Einreise

Weil es an legalen Einreisemöglichkeiten fehlt, wählen viele Flüchtlinge den gefährlichen Weg übers Mittelmeer. Ein kirchliches Projekt in Italien richtet nun einen humanitären Korridor ein - es könnte beispielhaft für die ganze EU sein.

Flüchtlingsboote im Mittelmeer: Lebensgefährliche Überfahrt Zur Großansicht
DPA

Flüchtlingsboote im Mittelmeer: Lebensgefährliche Überfahrt

Fast 3700 Menschen sind in diesem Jahr auf ihrer Flucht nach Europa im Mittelmeer ertrunken. Kirchliche Organisationen in Italien wollen den Flüchtlingen künftig die gefährliche Überfahrt ersparen und ihnen eine legale Einreise ermöglichen. Dafür habe man ein neues Projekt gegründet, teilten die katholische Organisation Sant'Egidio und die italienische Gemeinschaft evangelischer Kirchen (FCEI) am Mittwoch in Rom mit.

Etwa tausend Menschen aus Afrika und dem Nahen Osten sollen mit Hilfe dieses humanitären Korridors gefahrlos ins Land kommen. Die notwendigen humanitären Visa dafür stellt die italienische Regierung aus.

"Mit dem Programm unternehmen wir endlich etwas gegen diese sogenannten Todesreisen", sagte Marco Impagliazzo von Sant'Egidio. Für das Projekt sollen zwei Büros in Marokko und im Libanon eröffnet werden, wo die Migranten mit Unterstützung von Hilfsorganisationen ausgewählt werden. Sie können dann legal per Flugzeug einreisen, erhalten in Italien eine Unterkunft und Unterstützung.

Das Programm kostet etwa 1,2 Millionen Euro, die ersten Menschen sollen Ende Januar nach Italien gebracht werden. Unterstützer loben es als beispielhaft für die EU, die bislang sehr zögerlich bei der Einrichtung legaler Einreisewege ist. Nach FCEI-Angaben planen evangelische Organisationen in anderen EU-Ländern ähnliche Programme.

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brk/dpa

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