Privates Rettungsschiff "Aquarius" kehrt ins Mittelmeer vor Libyen zurück

Das Schiff "Aquarius" hatte ein politisches Ringen darüber ausgelöst, wo gerettete Flüchtlinge noch an Land gehen dürfen. Zuflucht fanden die Migranten in Spanien, jetzt sticht das Schiff wieder in See.

Rettungsschiff "Aquarius"
DPA

Rettungsschiff "Aquarius"


Mehrere Tage war die "Aquarius" durch das Mittelmeer geirrt. Erst blockierte Italien seine Häfen, dann zog auch Malta nach, schließlich konnte das private Rettungsschiff in Spanien anlegen. Dort brachten die Retter mehr als 600 verunglückte Migranten nach einer schwierigen Zeit auf See an Land. Nun soll die "Aquarius" erneut zu einem Einsatz vor der Küste Libyens auslaufen.

Das Schiff werde am Mittwoch vom südfranzösischen Hafen Marseille aus in See stechen, sagte eine Sprecherin der Hilfsorganisationen SOS Méditerranée und Ärzte ohne Grenzen. Die "Aquarius" war das erste humanitäre Rettungsschiff, dem die neue italienische Regierung im Juni die Einfahrt in einen Hafen verwehrt hatte. Sie gehört mittlerweile zu den letzten zwei zivilen Schiffen, die noch Migranten im Mittelmeer retten.

Migranten auf der "Aquarius"
REUTERS

Migranten auf der "Aquarius"

Ob die "Aquarius" das Kommando zum Retten bekommt und wohin die Migranten in so einem Fall gebracht werden können, ist unklar. Wegen Roms Nein hatten die Retter die Migranten in einer aufreibenden Odyssee bis ins spanische Valencia bringen müssen.

Nun kommt noch ein weiterer Unsicherheitsfaktor hinzu: Libyen hat nach Angaben der Internationalen Seefahrtsbehörde IMO Ende Juni eine eigene Such- und Rettungszone eingerichtet. Diese erstreckt sich nicht nur auf Hoheitsgewässer des Bürgerkriegslandes, sondern auch auf internationale Gewässer vor der libyschen Seegrenze, die die übliche Einsatzzone der privaten Seenotretter ist.

Für die Koordination von Rettungseinsätzen in dieser Zone und die Entscheidung über einen sicheren Hafen seien fortan die Libyer zuständig - es sei denn, sie treten die Koordination an eine andere Seenotrettungsleitstelle ab, sagte eine IMO-Sprecherin. Zuvor waren Rettungseinsätze von Rom aus koordiniert worden.

aev/dpa

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