Massenausweisung Schweden plant Abschiebung von Zehntausenden Flüchtlingen

Die schwedische Regierung bereitet Medienberichten zufolge die Ausweisung von bis zu 80.000 abgelehnten Asylbewerbern vor. Die Behörden hätten bereits entsprechende Anweisungen erhalten, Charterflugzeuge sollen angemietet werden.

Polizeieinsatz in illegalem Flüchtlingscamp in Malmö (Archivbild vom November): "Rückkehr mithilfe von Zwang"
DPA

Polizeieinsatz in illegalem Flüchtlingscamp in Malmö (Archivbild vom November): "Rückkehr mithilfe von Zwang"


Schweden plant offenbar die Massenausweisung von Zehntausenden Asylbewerbern. "Ich glaube, dass es sich auf jeden Fall um 60.000 Personen dreht, aber es können auch bis zu 80.000 werden", zitierte die Zeitung "Dagens Industri" Schwedens Innenminister Anders Ygeman.

Die Regierung habe Polizei und Migrationsbehörde den Auftrag erteilt, die Ausweisungen vorzubereiten, sagte Ygeman auch dem schwedischen TV-Sender SVT. Normalerweise würden abgelehnte Asylbewerber mit Linienflügen abgeschoben. Angesichts der hohen Zahl würden nun aber Charterflugzeuge angemietet. Vermutlich werde sich das über mehrere Jahre hinziehen.

Im vergangenen Jahr hatten etwa 163.000 Menschen Asyl in dem Land gesucht. Nach Schätzungen der Regierung würden rund 45 Prozent von ihnen abgelehnt, hieß es.

Zunächst wolle man gute Voraussetzungen für eine freiwillige Rückkehr der Asylbewerber schaffen, sagte Ygeman der Zeitung. "Aber wenn wir das nicht schaffen, muss es eine Rückkehr mithilfe von Zwang geben." Die Regierung verhandelt nach Angaben von "Dagens Industri" unter anderem mit Afghanistan und Marokko über die Rückkehr von Flüchtlingen aus diesen Ländern.

Stockholm hatte im November wieder Grenzkontrollen eingeführt, seit Januar müssen auch alle Zug- und Busunternehmen die Identitäten der Passagiere festhalten, die über die Öresund-Brücke von Dänemark nach Schweden fahren. Nach Regierungsangaben kamen seither täglich etwa hundert Flüchtlinge an, im Oktober waren es noch fast 10.000 pro Woche.

aar/dpa/AFP



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