Migration Tausende Mittelamerikaner ziehen gen USA

US-Präsident Trump hat sie gewarnt, er wolle sie nicht ins Land lassen, doch sie ziehen weiter: Tausende Migranten laufen durch Mexiko, ihr Ziel bleiben die mehr als 3500 Kilometer entfernten USA.

REUTERS

Tausende Migranten aus Mittelamerika haben trotz Warnungen der mexikanischen Behörden und von US-Präsident Donald Trump ihren Weg in Richtung USA fortgesetzt.

Die Gruppe lief am Sonntag von der Grenze zwischen Guatemala und Mexiko bis in die 40 Kilometer entfernte Stadt Tapachula im Bundesstaat Chiapas. Nach Angaben der Organisatoren bestand der Migrantentreck aus etwa 7500 Menschen. Offizielle Zahlen zur Größe der Gruppe gibt es nicht.

Viele der Migranten stammen aus Guatemala, Honduras und El Salvador, sie flüchten vor Armut, Rechtlosigkeit und Gewaltkriminalität in ihren Heimatländern. Honduras gehört insbesondere wegen mächtiger krimineller Organisationen und des Drogenhandels zu den Ländern mit den weltweit höchsten Gewaltraten. Außerdem leben 68 Prozent der neun Millionen Einwohner in Armut.

Mexiko scheint mit dem Ansturm überfordert

Die Migranten wurden von der mexikanischen Polizei begleitet. Ob die Menschen alle in den vergangenen Tagen illegal die Grenze übertreten haben oder schon länger in Mexiko sind, blieb zunächst unklar. In Tapachula ließen sie sich auf dem zentralen Platz und umliegenden Orten nieder. Viele waren erschöpft vom Laufen. Andere stiegen in Busse, die bereitstanden, sie zu transportieren.

Die mexikanischen Behörden riefen die Migranten auf, sich formal für eine Einreise zu registrieren. Derzeit seien sie irregulär in Mexiko, warnte der Chef der regionalen Migrationsbehörde, Francisco Echeverría. Sie könnten so ihren Weg nicht fortsetzen. Die Karawane lief in der Grenzstadt Ciudad Hidalgo los. Bis an die US-Grenze sind es von Tapachula aus etwa 3800 Kilometer.

US-Präsident Trump hatte die Menschen ebenfalls dazu aufgerufen, in Mexiko Asyl zu beantragen. Es würden alle Anstrengungen unternommen, um zu verhindern, dass der "Ansturm illegaler Ausländer" die Südgrenze der Vereinigten Staaten überquere, schrieb Trump auf Twitter. Die USA würden sie abweisen. Der US-Präsident hatte am Freitag behauptet, in der Migranten-Gruppe seien viele Kriminelle. Woher er die Information hatte, erklärte er nicht.

Nach Angaben der guatemaltekischen Regierung machten sich bereits am Samstag etwa 2000 Migranten aus Honduras auf den Rückweg in ihre Heimat. Der honduranische Radiosender HRN veröffentlichte ein Video, in dem die Ankunft von 15 Bussen mit Migranten in der Gemeinde Corinto gezeigt wird.

cht/dpa



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