Athen-Besuch De Maizière fordert schnellere Abschiebungen aus Griechenland

Innenminister de Maizière mahnt bei seinem Athen-Besuch bessere Grenzkontrollen in Griechenland an. Flüchtlinge ohne Asylanspruch müssten zurück in die Türkei.


Flüchtlinge sollen schneller aus Griechenland in die Türkei abgeschoben werden - das fordert Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU). Die Rückkehr derjenigen, die keinen Schutz bräuchten, müsse intensiviert werden, sagte er bei einem Treffen mit seinem griechischen Kollegen Panayotis Kouroublis in Athen. Zudem müsse die Zusammenarbeit mit der Türkei beim Grenzschutz und im Kampf gegen Schlepper verbessert werden.

Der Minister hatte am Donnerstag eine stärkere deutsche Unterstützung für Athen beim Schutz der EU-Außengrenzen angekündigt. Am 1. März sollen zusätzlich zwei Boote der Bundespolizei und schrittweise bis zu hundert Beamte in die Ägäis geschickt werden.

Bisher helfen knapp 50 Polizisten von Bund und Ländern der europäischen Grenzschutzagentur Frontex bei ihrem Einsatz in Griechenland.

Die Flüchtlingskrise stelle Europa vor eine enorme Herausforderung, sagte de Maizière. Das Ziel sei es nicht nur, alle Neuankömmlinge lückenlos zu registrieren und dann in der EU zu verteilen. Wichtig sei vor allem, den Zustrom der Flüchtlinge nach Europa zu begrenzen. "Sonst bricht innerhalb eines Jahres alles zusammen, was Europa sich innerhalb von Jahrzehnten mühsam erarbeitet hat", sagte er.

Der CDU-Politiker hatte zuvor im SPIEGEL die Türkei aufgefordert, ihre Grenze stärker zu sichern: "Es geht jedenfalls deutlich besser als derzeit."

heb/AFP/dpa

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