Migration Zahl der Flüchtlinge über Türkei-Route nach Europa deutlich gestiegen

Mehr als 15.450 Flüchtlinge sind in den ersten Monaten dieses Jahres über die Türkei illegal in die EU gelangt. "Die Lage ist nach wie vor instabil", warnt die EU-Kommission.

Flüchtlinge erreichen die griechische Küste
AP

Flüchtlinge erreichen die griechische Küste


In den vergangenen Monaten sind mehr Migranten über die Türkei nach Europa gekommen als noch im Jahr zuvor. Nach Angaben der EU-Kommission hat sich die Zahl der unerlaubten Grenzübertritte an den See- und Landgrenzen der EU mit der Türkei im Vergleich zum ersten Quartal des Vorjahres mehr als verdoppelt. Bis zum 6. Mai seien auf diesem Weg etwa 15.450 Flüchtlinge in die EU gelangt.

Über die Landgrenze kamen demnach in den ersten 18 Wochen des Jahres 6108 Menschen unerlaubt in die EU, über das Mittelmeer sogar 9349 Menschen. Die meisten von ihnen waren Syrer, Iraker, Afghanen und Türken.

Auch wenn weiterhin weniger Menschen ankämen als vor Inkrafttreten des Flüchtlingsabkommens mit der Türkei, seien der "strukturelle Migrationsdruck hoch" und "die Lage nach wie vor instabil", erklärte die EU-Kommission. EU-Innenkommissar Dimitris Avramopoulos sagte, das Abkommen mit der Türkei habe zwar geholfen, die Zahlen deutlich zu senken, funktioniere auch weiterhin - "aber unsere Arbeit ist noch lange nicht getan".

Ob für die steigenden Zahlen laschere Kontrollen des türkischen Grenzschutzes verantwortlich sind, blieb zunächst unklar. Die Regierung in Ankara hatte in der Vergangenheit mehrfach gedroht, dass sie ihre Grenzen öffnen könnte, wenn die EU ihr in Streitfragen nicht entgegenkommt.

Der griechische EU-Kommissar warb für die Entsendung von mehr Grenzschutzbeamten und für eine bessere Ausrüstung der EU-Grenz- und Küstenschutzbehörde Frontex. Die Mitgliedstaaten müssten dringend mehr Ressourcen bereitstellen, damit die Agentur ihre laufenden Einsätze fortsetzen und zusätzliche Aufgaben übernehmen könne, sagte Avramopoulos.

vks/Reuters/dpa



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