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Drama im Mittelmeer: Kreuzfahrtschiff rettet Hunderte syrische Flüchtlinge

Das Boot Hunderter syrischer Flüchtlinge drohte zu kentern, ein zyprisches Kreuzfahrtschiff hat sie gerettet. Jetzt wollen die Notleidenden nicht in Zypern von Bord gehen und fordern, nach Italien gebracht zu werden.

Limassol - Sie gerieten in Seenot, wurden gerettet - nun sollten sie in ein Armeelager gebracht werden. Doch das wollen mehrere Hundert syrische Flüchtlinge nicht mit sich machen lassen. Sie haben sich geweigert, das Kreuzfahrtschiff zu verlassen, das sie zuvor vor der Küste Zyperns aufgenommen hatte. Die Geretteten verlangten, nach Italien gebracht zu werden, berichtete der Chef der Kreuzfahrtgesellschaft Salamis Cruise Lines, Kikis Vassiliou, in der Nacht zu Freitag im Hafen von Limassol.

Die Zahl der Flüchtlinge, die mit unsicheren Booten versuchen, von Afrika aus nach Europa zu gelangen steigt. Durch die Konflikte im Nahen Osten sowie in Ost- und Zentralafrika kamen in diesem Jahr nach Angaben der Internationalen Organisation für Migration (IOM) etwa 3000 Menschen dabei ums Leben. Europa reagiert darauf mit Abschottung.

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Gerettete Flüchtlinge: Drama im Mittelmeer

345 Flüchtlinge nahm das zyprische Kreuzfahrtschiff "Salamis Filoxenia" am Donnerstag an Bord. Und die wollen nun bleiben: Nach Polizeiangaben verließen nur 65 Flüchtlinge das Schiff. Sie wurden in ein Aufnahmelager nahe Nikosia gebracht und erhielten dort medizinische Hilfe.

Durch die verzögerte Weiterfahrt des Kreuzfahrtschiffes drohten seinem Unternehmen Verluste in Höhe von mehreren Hunderttausend Euro, sagte Unternehmenschef Vassiliou. Etwa 300 russische Urlauber, die mit der "Salamis Filoxenia" am Abend Richtung Israel hätten auslaufen sollen, wurden vorerst in Hotels in Limassol untergebracht.

Für die Behandlung der Syrer hielten sich in der Nacht zu Freitag im Hafen Ärzte, Krankenschwestern und Mitarbeiter des Roten Kreuzes bereit. Eine Passagierin des Kreuzfahrtschiffs berichtete, die Flüchtlinge seien nach eigenen Angaben von Syrien gestartet und drei Tage auf See gewesen. Der Kapitän habe das Flüchtlingsboot im Stich gelassen.

  • Spanien-Marokko, Griechenland-Türkei, Ungarn-Serbien: Orte entlang dieser drei Grenzen zeigen, mit welch rabiaten Methoden sich Europa gegen Arme und Schutzsuchende abschottet. SPIEGEL-Reporter Maximilian Popp und Fotograf Carlos Spottorno reisten zu Schutzzäunen und in Auffanglager, sie begleiteten Patrouillen auf See und trafen Flüchtlinge, die alles riskieren für eine Zukunft in Europa.
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vek/AFP/AP

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Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 84 Beiträge
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1. Schnell gelernt
Papierleschweizer 26.09.2014
Nur wenige Stunden nach der Rettung bereits Forderungen stellen. Unser Kuschelasyl hat sich wohl schon rumgesprochen...
2. Die Flucht aus Syrien ist ja verständlich,
lupenreinerdemokrat 26.09.2014
allerdings die Weigerung, auf Zypern von Bord zu gehen nicht. Da beschleicht einen der Verdacht, dass die Flucht auch oder vor allem wirtschaftliche Gründe haben könnte. Nachdem man mit verdeckten Operationen, Waffenlieferungen und viel Geld die Islamisten in Syrien unterstützt hat, um das Land in Chaos zu stürzen, dürfte eigentlich klar sein, welches Land die nun daraus flüchtenden Menschen aufzunehmen hat. Gleiches gilt übrigens auch für Libyen.
3.
markushatt 26.09.2014
Wir müssen endlich Konsequenzen für unser Handeln übernehmen. Wer stillschweigend akzeptiert, dass unser Nato-partner USA mit Hilfe von England und Frankreich im nahen Osten einen Regimechange nach dem anderen durchführt und so zwangsläufig instabilität und Krieg in die Region bringt, muss auch die Konsequenzen tragen und die Flüchtlinge aufnehmen! Wer jetzt sagt, dass Boot sei voll, der hätte auch bei den Kriegen der jetzten Jahrzehnte im nahen Osten nicht schweigen dürfen. Es ist ein Wahnsinn was hier passiert. Export von Kriegsgerät Ja, Kriegsflüchtlingsaufnahme Nein. Unsere Gesellschaft mutierte mit der Zeit zur Ignoranz. Es ist einfach nur noch Ekelhaft. Zeit für was neues.
4. Dankbarkeit
geisterfahrerii 26.09.2014
Das ist doch die Dankbarkeit, die wir schon zu oft erfahren mussten. Aus Lebensgefahr gerettet und dann gleich Forderungen stellen.
5. Idioten
studibaas 26.09.2014
Genau so ein Verhalten,- das sollte denen klar sein,- führt dazu, das man zukünftig keine Flüchtline in Not mehr aufnimmt. (Zu Recht).
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