Flüchtlingscamp Idomeni Griechische Polizei nimmt drei Deutsche fest

Die Lage im überfüllten Flüchtlingscamp Idomeni bleibt angespannt. Die griechische Polizei nahm drei deutsche Aktivisten in Gewahrsam, die sie für verdächtig hielt.


Noch immer harren mehr als 11.000 Migranten im Zeltlager im griechischen Idomeni aus. Sie fordern, dass die sogenannte Balkanroute wieder geöffnet und ihnen erlaubt wird, nach Mitteleuropa weiterzufahren. Am Dienstag kursierten erneut Gerüchte, wonach die Grenze zu Mazedonien geöffnet werden könnte.

Die griechische und die mazedonische Polizei seien in Alarmbereitschaft, berichtete der griechische Fernsehsender Skai. Die Sicherheitskräfte seien überzeugt, dass einige freiwillige Helfer und Aktivisten hinter den Gerüchten steckten.

Nach Informationen von SPIEGEL ONLINE nahm die griechische Polizei am Dienstag drei Deutsche in Gewahrsam, die auf dem Weg nach Idomeni waren und ihnen verdächtig vorgekommen seien. Bei der Durchsuchung wurde in einem Auto ein Messer gefunden, außerdem leere Alkoholbehälter.

Die Deutschen wurden in den benachbarten Evzonoi zu einer Polizeistation gebracht. Kurze Zeit später wurden zwei von ihnen wieder auf freien Fuß gesetzt. Der Dritte, dem das Messer gehörte, blieb zunächst in Gewahrsam. Insgesamt wurden 16 Verdächtige von der Polizei überprüft, manche von ihnen hatten keinen Ausweis dabei.

"Die Nichtregierungsorganisationen sind in Idomeni wie Pilze aus dem Boden geschossen", kritisierte der Bürgermeisters des Ortes im Sender Skai. Mindestens 16 Organisationen seien direkt vor Ort. Beziehe man die weitere Umgebung von Idomeni ein, seien es mindestens 36 Gruppen.

Am Sonntag hatte ein auf Arabisch verfasstes Flugblatt einen Ansturm von Migranten auf die mazedonische Grenze verursacht. Die mazedonische Polizei setzte Tränengas und Gummigeschosse ein. Hunderte Menschen litten anschließend unter Atemwegs- und Augenproblemen.

als/gic



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