Flüchtlingshilfe Japan bietet angeblich Finanzspritze statt Asyl an

Japan hat bislang kaum Asylbewerber ins Land gelassen. Stattdessen will sich die Regierung laut einem Medienbericht mit mehr als 800 Millionen US-Dollar an der Unterstützung von Flüchtlingen aus Syrien und dem Irak beteiligen.

Japans Premier Abe: Tokio lässt kaum Asylbewerber ins Land
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Japans Premier Abe: Tokio lässt kaum Asylbewerber ins Land


Die Quote war im vergangenen Jahr bescheiden: Von 5000 Asylanträgen wurden nur elf bewilligt. Anfang des Monats kündigte die Regierung von Premier Shinzo Abe sogar eine weitere Verschärfung der Bestimmungen an, um Flüchtlingen die Einreise ins Land weiter zu erschweren.

Stattdessen will Japan sich jetzt angeblich mit Geld an der Bewältigung der Flüchtlingskrise beteiligen: Tokio werde zur Unterstützung von Migranten aus Syrien und dem Irak rund 810 Millionen US-Dollar zur Verfügung stellen, meldet die Nachrichtenagentur Reuters und beruft sich dabei auf den öffentlich-rechtliche Sender NHK.

Der Krieg in Syrien dürfte am Montag das Hauptthema der Generaldebatte der Uno-Vollversammlung in New York sein. Es wird erwartet, dass sich unter anderem US-Präsident Barack Obama und Russlands Staatschef Wladimir Putin dazu äußern.

Der "Islamische Staat" (IS) hatte vor gut einem Jahr weite Teile des Irak und Syriens eingenommen. Die Gefährdung durch die Terrormiliz sowie die Flüchtlingskrise haben den 2011 ausgebrochenen Bürgerkrieg in Syrien wieder stärker in den Fokus der internationalen Gemeinschaft gerückt. Derzeit wird in Deutschland und international darüber diskutiert, wie der Konflikt auch unter Einbindung von Syriens wichtigsten Verbündeten Russland und Iran beendet werden könnte.

als/Reuters

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