Flüchtlingskrise Griechenland und Türkei wollen Dreiertreffen mit Deutschland

Die Türkei und Griechenland wollen in der Flüchtlingskrise enger zusammenarbeiten. Zudem planen die Regierungschefs Tsipras und Davutoglu einen Dreiergipfel mit Deutschland.

Alexis Tsipras (li.), Ahmet Davutoglu: Gipfel vereinbart
AP/dpa

Alexis Tsipras (li.), Ahmet Davutoglu: Gipfel vereinbart


In der Flüchtlingskrise soll es demnächst ein gemeinsames Treffen zwischen Griechenland, der Türkei und Deutschland geben. Das sagte der türkische Ministerpräsident Ahmet Davutoglu nach einem Treffen mit dem griechischen Regierungschef Alexis Tsipras in Ankara. Einen Zeitpunkt für den Dreiergipfel nannte er nicht. Davutoglu kündigte an, im Februar nach Griechenland zu reisen.

Die Türkei hat mehr als zwei Millionen Flüchtlinge allein aus Syrien aufgenommen. Täglich versuchen Migranten, über die Ägäis nach Griechenland und damit nach Europa zu gelangen. Allein in den ersten zehn Monaten dieses Jahres sind mehr als 650.000 Migranten und Flüchtlinge auf dem Weg nach Westeuropa aus der Türkei nach Griechenland gekommen. Viele sterben bei der gefährlichen Überfahrt.

Davutoglu betonte, dass die Flüchtlingskrise nicht allein das Problem der Türken und Griechen sei und lenkte den Blick auf den Bürgerkrieg in Syrien. Dieser sei die Hauptursache für die Flucht der Menschen. "Bevor die Syrienkrise nicht gelöst ist, wird es der Welt nicht möglich sein, Probleme - allen voran die Flüchtlingskrise- zu lösen und sie zu bewältigen", sagte Davutoglu.

Tsipras sprach sich erneut für sogenannte Hotspots aus, die Flüchtlingen ermöglichten, die Türkei auf sicherem Wege zu verlassen. In diesen EU-Registrierzentren könnten Schutzsuchende, die einen Anspruch auf Asyl haben, direkt auf die EU verteilt werden. Davutoglu ließ offen, ob die Türkei die Einrichtung von Hotspots befürwortet oder nicht.

Europa ist bei der Bewältigung der Flüchtlingskrise auf die Türkei angewiesen. Die EU will etwa, dass das Land seine Grenzen besser schützt. Dazu stellte Bundeskanzlerin Angela Merkel kürzlich Gegenleistungen in Aussicht: finanzielle Hilfe zur Versorgung der Flüchtlinge, eine erleichterte Einreise türkischer Bürger in den Schengenraum und eine Wiederbelebung der EU-Beitrittsverhandlungen.

ler/dpa



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