Flüchtlingspolitik Merkel und Macron einig über Migration

Aus der Migration "eine Chance machen, keine Befürchtung": Frankreichs Präsident Macron und Kanzlerin Merkel gaben sich bei einem Treffen in Marseille demonstrativ einig.

Merkel und Macron in Marseille
GUILLAUME HORCAJUELO/EPA-EFE/REX/Shutterstock

Merkel und Macron in Marseille


Angela Merkel hat angekündigt, dass Frankreich und Deutschland in der Flüchtlingspolitik in den kommenden Monaten Fortschritte auf EU-Ebene anstreben. "Wir werden in wenigen Monaten Europawahl haben, aber wir wollen bis dahin noch einiges schaffen", sagte die Kanzlerin bei einem Treffen mit Frankreichs Präsident Emmanuel Macron in Marseille Merkel mit Blick auf die Wahl Ende Mai 2019. "Europa muss sich in dieser Frage auch beweisen."

Deutschland und Frankreich wollten aus der Migration "eine Chance machen, keine Befürchtung", betonte Macron. Er reagierte damit auf Äußerungen von Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU), der die Migration "die Mutter aller politischen Probleme in diesem Land" genannt hatte.

Beide Länder hätten in der Migrationspolitik die gleiche Herangehensweise, versicherte Merkel. "Deutschland und Frankreich arbeiten weiter zusammen, um die Zukunft vorzubereiten", ergänzte Macron. Der Mittelmeerraum müsse als Chance wahrgenommen werden, nicht als Bedrohung, teilte er ergänzend via Twitter mit.

Macron, Merkel und die anderen EU-Staats- und Regierungschefs wollen am 20. September in Salzburg über die Migrationspolitik beraten. Das Thema sorgt in der Gemeinschaft der 28 für erhebliche Spannungen, insbesondere seit die populistische Regierung in Italien Schiffen mit aus dem Mittelmeer geretteten Migranten die Einfahrt in Häfen verweigert.

Macron dringe auf ein dauerhaftes europäisches Verfahren zur Verteilung dieser geretteten Migranten, hieß es aus der Umgebung des Präsidenten. "EU-Regeln und das Prinzip der Solidarität müssen eingehalten werden", hieß es aus der Umgebung des Staatschefs. Paris pocht auch darauf, beim Aufbau von zentralen Flüchtlings-Sammellagern in der EU voranzukommen.

als/dpa/AFP



insgesamt 76 Beiträge
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gersois 07.09.2018
1. Bisher
konnten Frankreich und Macron durch die Aufnahme einer größeren Anzahl Flüchtlinge nicht überzeugen! Folgen denn bald Taten? Und was sagen die Franzosen dazu?
Rooo 07.09.2018
2. Noch mehr leere Phrasen
Noch mehr leere Phrasen. Was ist denn genau der Plan? Will man die Illegalen jetzt konsequent vor der Einreise und Alimentierung abhalten oder nicht? Man kann es sich denken. Wenn man es nicht konkret bejaht, muss es ein nein sein. Dieses nein verkauft man uns jetzt möglichst gut.
lupo44 07.09.2018
3. es sind wohl nach sehr Gewissenhaften Schätzungen......
20-30 Millionen Menschen die lieber heute als Morgen den Weg nach Europa gehen würden.Der Grund ist Hunger,Krieg un kaum Bildung.Dinge die sie vermuten hier in Europa zu bekommen.Nicht nur bekommen sondern auch eine friedliche Zukunft zu haben für sich und ihre Kinder.Eigentlich ganz normale Wünsche und auch ein Recht als Mensch so leben zu wollen.Dazu muß aber Europa sich einig sein und den Vorraussetzungen nicht immer wieder egoistisch im Wege zu stehen.Legal müssen diese Flüchtlinge in ihr Europa kommen können.Das kostet Milliarden ,bedarf vieler Wohnugen,neue Arbeitsplätze und die Bereitschaft der Intregation auf beiden Seiten.Und es muß endlich aufgehört werden auf Kosten der armen Menschen die einzelnen politischen Süppchen zu kochen.Es ist einfach widerlich wie die einzelnen Parteien darum ringen politisch die Massen an Wähler auf ihre Linie zu ziehen.Und es sollte endlich auch innenpolitisch einiges gerade gestellt werden für die Menschen die schon immer hier leben und arbeiten.Marcon und Merkel müssen davon ausgehen das auch ihre Zeit der politischen Macht irgend wann zu Ende ist.Deshalb sollten Beide daran arbeiten das ihr politisches Testament formuliert wird für die Nchfolger und auch für die EU in Brüssel.
papelbon 07.09.2018
4.
Was ist das wieder für ein Blödsinn. Welche "Chance" soll Migration denn sein? Es gibt nicht einen einzigen Vorteil durch Migration, nicht einen einzigen.
deraccountant 07.09.2018
5. Der feine Herr Macron...
...tut mal wieder das, was er am besten kann. Europa im Mund führen und Deutschland Lasten aufbürden. Also, schön weiter Migranten nach Deutschland durchwinken, er selbst verzichtet freilich auf die Herrschaften aus Afrika, schickt sie konsequent an seiner Grenze zurück. Der Mann hat jegliche Glaubwürdigkeit verspielt, bei seinen Landsleuten ja im Übrigen auch schon. Also, hört auf, den Mann immer noch als neuen Euro-Messias zu verkaufen.
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