Flughafen Oslo Norwegen nimmt mutmaßlichen russischen Spion fest

Ein 51 Jahre alter Russe ist am Flughafen in Oslo festgehalten worden, ihm wird Spionage vorgeworfen. Er hatte zuvor offenbar ein Seminar im norwegischen Parlament besucht und sich verdächtig verhalten.

Ministerpräsidentin Erna Solberg (Archivbild)
AFP

Ministerpräsidentin Erna Solberg (Archivbild)


Ein Russe ist in Norwegen wegen mutmaßlicher Spionage festgenommen worden. Nach Angaben der staatliche Nachrichtenagentur Tass bestätigten sowohl das Außenministerium in Moskau als auch die russische Botschaft in Oslo die Festnahme des 51-Jährigen. Die norwegische Ministerpräsidentin Erna Solberg sagte am Sonntag in New York, sie sei über die Festnahme informiert, wolle diese aber nicht weiter kommentieren. Dies sei eine Angelegenheit der Strafverfolgungsbehörden.

Laut norwegischen Medienberichten war der Mann am Freitag am Osloer Flughafen Gardermoen festgehalten worden, nachdem er ein internationales Seminar im norwegischen Parlament besucht hatte. Bei dem Treffen im Storting habe sich der Russe verdächtig verhalten. Daraufhin sei der norwegische Geheimdienst PST eingeschaltet worden. Auf der Konferenz des Europäischen Zentrums für parlamentarische Wissenschaft und Dokumentation (EZPWD) war es unter anderem um Cybersicherheit gegangen.

Die Zeitung "Verdens Gang" zitierte auch den Anwalt eines wegen Spionage in Russland inhaftierten Norwegers, eines ehemaligen Grenzbeamten aus der Stadt Kirkenes im Norden. Er hoffe, dass es zu einem Austausch kommen könne, sagte der Jurist.

aar/dpa

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insgesamt 4 Beiträge
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Seite 1
Eckhard 24.09.2018
1. Dran bleiben, Spiegel! Hier geht es um Menschenrechte.
Mich würde sehr interessieren, wie das abgelaufen sein soll. „Verdächtig machen“ und so. Toller Journalismus würde der Frage nachgehen, ob ein unschuldiger Zivilist nur als Tauschobjekt inhaftiert wird. Und was mit seinen Menschenrechten ist. Sonst liegen dem Spiegel doch auch die Menschenrechte russischer Zivilisten am Herzen.
isi-dor 24.09.2018
2.
Zitat von EckhardMich würde sehr interessieren, wie das abgelaufen sein soll. „Verdächtig machen“ und so. Toller Journalismus würde der Frage nachgehen, ob ein unschuldiger Zivilist nur als Tauschobjekt inhaftiert wird. Und was mit seinen Menschenrechten ist. Sonst liegen dem Spiegel doch auch die Menschenrechte russischer Zivilisten am Herzen.
Sie scheinen da etwas zu verwechseln. Nicht der Spiegel, sondern die zuständigen norwegischen Ermittlungsbehörden haben den Spion festgenommen und der Spiegel kann daher nur das berichten, was diese Behörden mitteilen. Normalerweise werden auch in Norwegen keine Journalisten in Ermittlungen des Staatsschutzes eingebunden. In anderen Ländern mit eher "traditionell" veranlagten Geheimdiensten, werden Spione auch gern mal einfach so ausgeknipst.
nixkapital 24.09.2018
3. ...
Mich würde einmal interessieren, wie er sich verdächtig gemacht hat? Ist er wach geblieben? Hat er zugehört? Ich möchte schon wissen, wie ich mich in Norwegen vorauseilend richtig verhalte, damit ich nicht als Spion verdächtigt werde.
pavel1100 24.09.2018
4. Menschenrechte
Zitat von EckhardMich würde sehr interessieren, wie das abgelaufen sein soll. „Verdächtig machen“ und so. Toller Journalismus würde der Frage nachgehen, ob ein unschuldiger Zivilist nur als Tauschobjekt inhaftiert wird. Und was mit seinen Menschenrechten ist. Sonst liegen dem Spiegel doch auch die Menschenrechte russischer Zivilisten am Herzen.
Natürlich ist Norwegen absolut geeignet sofort der Verletzung von Menschenrechten verdächtigt zu werden, tritt es doch die Menschenrechte gewohnheitsmäßig mit Füssen. Ganz anders als das Land aus dem der mutmaßliche Spion kommt. Oder?
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