Diskussion um CIA-Report Rechtspopulistin Le Pen findet Folter manchmal "nützlich"

Die CIA hat Gefangene jahrelang misshandelt - und was sagt Frankreichs führende Rechtspopulistin dazu? "Ich verurteile das nicht." Front-National-Chefin Marine Le Pen verteidigt Foltermethoden - im Namen der Humanität.

FN-Chefin Le Pen: "Das sind verantwortungsvolle Leute"
AFP

FN-Chefin Le Pen: "Das sind verantwortungsvolle Leute"


Paris - Die französische Spitzenpolitikerin Marine Le Pen hält Folter in manchen Fällen für gerechtfertigt. Auf die in einem Senatsbericht beschriebenen brutalen Folterverhöre des US-Geheimdienstes CIA angesprochen, sagte die Chefin des französischen Front National (FN) jetzt den Sendern BFMTV und RMC: "Ich verurteile das nicht."

"Erlauben Sie mir, es Ihnen zu sagen: Es kann Fälle geben, wenn eine Bombe - tick tack tick tack tick tack - in einer oder zwei Stunden explodieren soll und dabei 200 oder 300 zivile Opfer fordern würde", so Le Pen weiter: "Da ist es nützlich, die Person zum Sprechen zu bringen." Dabei müssten "die Mittel" eingesetzt werden, "die möglich sind", sagte sie.

Leben retten mit Folterverhören?

Der am Dienstag veröffentlichte Untersuchungsbericht des US-Senats über Folterpraktiken der CIA hatte international Empörung ausgelöst. Dem Bericht zufolge waren die Verhöre von Terrorverdächtigen nach den Anschlägen vom 11. September 2001 durch die CIA wesentlich brutaler als bekannt und brachten zugleich nur wenig geheimdienstlichen Nutzen. Die Agenten drohten demnach Gefangenen etwa damit, ihren Familien Schaden zuzufügen oder ihre Frauen sexuell zu missbrauchen.

"Es ist ziemlich leicht, bei solchen Themen vor die Fernsehkameras zu treten und zu sagen: 'Uh la la! Das ist schlecht!'" sagte Le Pen dazu. Geheimdienstler, die Informationen von "Terroristen" zu erlangen versuchten, würden helfen, das Leben von Zivilisten retten: "Das sind verantwortungsvolle Leute."

mxw/AFP



insgesamt 38 Beiträge
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abrweber 10.12.2014
1. Ich erinnere mich an
Transparente in der ehemaligen DDR.Von der Sowjetunion lernen,heißt siegen lernen. Madame Le Pen hat das auf die USA bezogen und das wohl so übernommen.oder?
European 10.12.2014
2. Das war ein Fehler
abgesehen davon das Folter nun mal Folter bleibt, egal wie erstrebenswert die Ziele der Folterer ihnen auch erscheinen mögen, will der typische FN Wähler solche Sprüche bestimmt nicht hören. Die FN kommt so gut weg bei den Wählern weil die anderen soooo schlecht sind und nicht weil die FN so toll ist.
sebastian.teichert 10.12.2014
3. Nicht schön
Das Thema. Aber wenn man sich nüchtern und trocken an die Sache setzt, kann man nur zu dem Schluss kommen. Selbst bei einem Waldbrand kann es sich lohnen Feuer zu legen um Feuer zu bekämpfen und das zu retten was noch zu retten ist. Das ist wie mit dem Busfahrer, der entweder eine Person überfahren kann oder den Bus von der Klippe fährt, aber an der Person vorbei. So oder so ist er der Verlierer an der Geschichte. Entweder er stirbt, mit den anderen, oder er müsste die Entscheidung treffen wen zu überfahren. Manchmal gibt es keinen guten oder schlechten Weg. Manchmal gibt es nur den Weg, der weniger schlecht erscheint.
fakten61 10.12.2014
4. Demokratie
Art.1 GG Die würde des menschen ist unantastbar. Art.3 I GG Alle menschen sind vor dem gesetz gleich. Ach ja,cia foltert nur im ausland , wer wohl hier terror ausübt sei mal dahingestellt,USA bald am Ende
walter_de_chepe 10.12.2014
5. Empörung hier, Gleichgültigkeit dort
Wieso soll sie das nicht sagen, die Folter wird von unserer "Führungsmacht", der "Führungsmacht des freien Westens" und unter einem "Friedensnobelpreisträger" angewendet. Bevor ich mich über klatschende Hände in Europa errege, muss ich über die USA und seine Präsidenten sprechen.
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