Folter und Hunger Uno-Bericht schildert Gräuel in Nordkorea

Zehntausende politische Gefangene hausen in Lagern, Nachbarn bespitzeln einander, Frauen und Kinder werden ausgebeutet und misshandelt: Ein neuer Bericht einer Uno-Kommission listet Gräueltaten in Nordkorea auf. Doch Strafe muss das Regime in Pjöngjang kaum fürchten.


Pjöngjang - Noch am Wochenende wurde pompös gefeiert in Nordkorea: Tausende Funktionäre versammelten sich in der Hauptstadt Pjöngjang, um den 72. Geburtstag des 2011 verstorbenen Staatsführers Kim Jong Il zu würdigen. Dutzende Offiziere wurden vom Regime um Präsident Kim Jong Un befördert.

Doch bei allem Prunk - der Alltag sieht für viele Menschen in dem kommunistischen Staat komplett anders aus. Zwar gab es in den vergangenen Jahren immer wieder Berichte über das Elend in dem Land, über politische Machtkämpfe und drastische Verletzungen der Menschenrechte. Doch an diesem Montag werden in London die Ergebnisse der Untersuchung einer Uno-Menschenrechtskommission präsentiert. Der Hunderte Seiten starke Bericht soll die Gräuel in Nordkorea so detailliert und drastisch schildern wie nie zuvor. Dies berichtet die BBC vorab.

Die vom Menschenrechtsrat der Vereinten Nationen beauftragten Ermittler durften nicht selbst in den abgeschotteten Staat einreisen. Stattdessen befragten sie ein Jahr lang mehr als 80 Exilanten und Flüchtlinge in Seoul, Tokio, London und Washington über ihre Erfahrungen mit dem Terror des Regimes in Pjöngjang:

Fotostrecke

8  Bilder
Nordkorea: Diktatur in Pjöngjang

  • Zehntausende politische Gefangene sind demnach seit Jahren in Lagern inhaftiert

  • Eine Mutter wurde gezwungen, ihr Baby zu ertränken

  • Familien wurden gefoltert, weil sie sich im Fernsehen eine ausländische Seifenoper ansahen

  • Der Uno-Report belegt erneut die totale Überwachung der Bevölkerung Nordkoreas: Nachbarn denunzieren sich gegenseitig

Als Konsequenz aus dem Bericht empfehlen die Ermittler, die von ihnen festgestellten Verbrechen vor ein internationales Straftribunal zu bringen. Die Führung in Pjöngjang wies die Beschuldigungen schon vorab "kategorisch und komplett" zurück. Das Regime behauptet seit Jahren, alle Anschuldigungen aus dem Ausland seien von den USA initiiert.

Mit einer Bestrafung durch die Uno muss die nordkoreanische Führung aber ohnehin nicht rechnen. Denn Beobachter sind sich einig, dass China als enger Verbündeter des Regimes jegliche Versuche, die Menschenrechtsverbrechen vor ein internationales Tribunal zu bringen, blockieren würde.

Wie drastisch das Regime auf missliebige Personen reagieren kann, zeigte sich zuletzt Ende 2013, als Diktator Kim Jong Un seinen Onkel Chang Song Taek hinrichten ließ. In seiner Neujahrsansprache sprach er von einem "entschlossenen Vorgehen" der Kommunistischen Partei, die von "Schmutz" gereinigt worden sei.

als



Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 87 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
sin_dios 17.02.2014
1. nein nein nein
dies ist nicht der kommunismus! leider ist N'Korea kein stueck Kommunistisch, juche nennt sich diese krude ideologie. und mal am rande, alle "kommunistischen"staatwn sind bestenfalls sozialistisch. denn wenn sich auf marx und nicht auf lenin, stalin oder mao bezogen wuerde, wuerde vielen klar werden, dass der kommunismus keine staaten kennt und fuehrerlos ist.
peter_1974 17.02.2014
2.
In einem UN-Bericht über die Lage in Nordkorea? Sie meinen, so nach dem Motto "ceterum censeo... aber die USA sind ganz voll viel schlimmer"?
howagri100 17.02.2014
3. Schon krotesk
wie in Mitten der altersstarrsinnigen Militärs der junge Dikator steht. Da Nordkorea verhindert, dass sich die USA direkt an der Chinesischen Grenze aufbauen kann, wird Nordkorea immer durch Chinas Hilfe gestützt werden. Also wird sich in NK auch nichts ändern.
Tiananmen 17.02.2014
4. Ich bezweifle nicht, dass Nordkorea diktatorisch
regiert wird und "Menschenrecht" dort quasi ein Fremdwort ist. Irritierend finde ich, dass der UNO-Bericht wieder einmal aus dritter Hand kommt und von Leuten, die schon so lange "rübergemacht" haben, dass aktuelle Aussagen nicht zu erhalten sind. Offrenkundig ist die Nachrichtenlage so desaströs, dass immer wieder die alten Mitteilungen aufgewärt werden müssen.
herrpe 17.02.2014
5. was bitte ...
... ist an Nordkorea "kommunistisch", außer das Wort im Namen der Staatspartei? Geht der Autor der Propaganda Nordkoreas oder der des Antikommunistismus auf den Leim?
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge! zum Forum...

© SPIEGEL ONLINE 2014
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.