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Foltervorwürfe im Irak: USA wollen keine internationale Untersuchung

Die USA halten eine internationale Untersuchung zu den Foltervorwürfen in einem Geheimgefängnis in Bagdad für unnötig. Die Regierung wies damit eine Forderung der irakischen Sunniten zurück.

Bagdad - Die Vorwürfe würden von irakischen und US-Experten untersucht, das Hinzuziehen ausländischer Ermittler sei "nicht nötig", sagte US-Außenamtssprecher Adam Ereli am Mittwoch in Washington. Es werde eine "vollständige, transparente und effektive Untersuchung" geben.

Die von Sunniten dominierte Islamische Partei im Irak hatte zuvor eine internationale, unabhängige Untersuchung gefordert. Auch der Uno-Sonderermittler für Folter Manfred Nowak unterstützte diese Forderung. Die Entdeckung von mehr als 170 unterernährten und möglicherweise misshandelten Häftlingen in einem bislang geheimen Gefängnis des irakischen Innenministeriums habe ihn nicht überrascht. "Es ist schockierend, aber wir erhalten schon länger Berichte über solche geheimen Orte im Irak", sagte Nowak. Die Misshandlungsvorwürfe bezögen sich sowohl auf von den US-Streitkräften geführte Haftanstalten als auch auf irakische Gefängnisse. Die Uno bemühten sich seit Juni 2004 um die Erlaubnis, die Haftanstalten zu besuchen, hätten aber weder von Washington noch von Bagdad eine Antwort erhalten.

US-Soldaten hatten bei einer Razzia in einem Gebäude des Innenministeriums in Bagdad am Sonntag 173 Häftlinge entdeckt, von denen einige berichteten, sie seien in der Haft misshandelt worden. Die meisten der Gefangenen gehörten nach irakischen Regierungsangaben der sunnitischen Bevölkerungsminderheit an.

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