Foltervorwürfe Menschenrechtler berichten über Todesopfer in US-Gefangenschaft

Mindestens acht Menschen sollen im Irak und in Afghanistan in US-Gefangenschaft durch Folter ums Leben gekommen sein. Die Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch hatte den Tod von 98 Häftlingen untersucht.


Washington - "Dies sind Häftlinge, die geschlagen wurden, erstickt sind oder unter anderen Umständen ums Leben gekommen sind, die den Definitionen von Folter entsprechen", sagte die Anwältin und Verfasserin des Berichts von Human Rights First, Hina Shamsi. Die Organisation hatte den Tod von 98 Häftlingen anhand von Militärdokumenten und Presseberichten untersucht.

Demnach seien Angehörige des US-Militärs für den Tod von acht Häftlingen und wahrscheinlich vier weiteren verantwortlich. Nur in zwölf der 98 Todesfällen sei es zu einer Bestrafung der Verantwortlichen gekommen.

Insgesamt sind nach Angaben des US-Verteidigungsministeriums seit 2002 108 von den USA inhaftierten Menschen im Irak und Afghanistan ums Leben gekommen. Rund 250 Angehörige des US-Militärs seien wegen Misshandlung von Häftlingen zur Rechenschaft gezogen worden, sagte ein Ministeriumssprecher. Allen glaubwürdigen Hinweisen einer Misshandlung würde nachgegangen.

als/reuters



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