Fort-Hood-Prozess Mutmaßlicher Todesschütze verzichtet auf Verteidigung

Schuldig bekennen darf er sich nicht, da verzichtete der mutmaßliche Attentäter von Fort Hood gleich ganz auf seine Verteidigung. Dem ehemaligen Major, der 13 Menschen erschossen haben soll, droht die Todesstrafe. Seine Anwälte glauben, dass er genau die erreichen will.

Gerichtszeichnung im Fort Hood: Angeklagter Hasan verteidigt sich nicht
AP

Gerichtszeichnung im Fort Hood: Angeklagter Hasan verteidigt sich nicht


Washington - Im Militärprozess um den Amoklauf auf dem US-Armeestützpunkt Fort Hood hat der mutmaßliche Todesschütze Nidal Hasan auf eine Verteidigung verzichtet. Der frühere Armeepsychiater, der sich selbst vertritt, machte am Mittwoch keine Aussagen und rief auch keine Zeugen auf. Hasan sagte lediglich: "Die Verteidigung ruht."

Hasan wird vorgeworfen, im November 2009 auf dem Stützpunkt Fort Hood im US-Bundesstaat Texas 13 Menschen erschossen und Dutzende weitere verletzt zu haben. Polizisten erwiderten das Feuer und verletzten Hasan schwer. Er ist seither querschnittsgelähmt.

Dem 42-jährigen Major mit palästinensischen Wurzeln, der zur Tatzeit kurz vor der Entsendung nach Afghanistan stand, droht die Todesstrafe. Über sein Schicksal befindet eine Jury aus Armeeoffizieren.

Zu Beginn der Hauptverhandlung Anfang August hatte sich Hasan in einer kurzen Erklärung zu der Tat bekannt. "Die Beweise werden eindeutig zeigen, dass ich der Schütze bin", sagte er. Hasan darf sich aber nach einer Entscheidung der Richterin nicht strafmildernd formell für schuldig bekennen.

Seine Pflichtverteidiger wollten sich zurückziehen, weil sie vermuten, Hasan wolle mit seiner Strategie ein Todesurteil erreichen. Die Richterin in dem Prozess lehnte einen entsprechenden Antrag der Anwälte jedoch ab. Anschließend rief die Militärstaatsanwaltschaft mehr als 80 Zeugen auf.

Hasan ging auf die Ausführungen der Anklage nicht ein. Die Schlussplädoyers sind nun für Donnerstag geplant, anschließend sollen die Geschworenen ihre Beratungen über das Urteil beginnen.

Der Angriff in Fort Hood gilt als bisher schlimmster Zwischenfall auf einem Militärstützpunkt in den USA. Er erschütterte die US-Streitkräfte und löste eine Debatte über Extremisten in den eigenen Reihen aus.

ade/AFP/dpa

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