Foto-Dokumentation: Die blutigen Wahlen von Sansibar

Nach den Wahlen in Sansibar ist es zu schweren Zusammenstößen zwischen Sicherheitskräften und Oppositionellen gekommen. Polizisten gingen mit Schlagstöcken und Tränengas gegen Anhänger der Vereinigten Bürgerfront vor, die wie die Regierungspartei den Sieg für sich reklamiert.

Sansibar - Die Ausschreitungen hielten nun schon den zweiten Tag in Folge an. Die Partei der Vereinigten Bürgerfront (CUF) vor feierte den von der Parteiführung prognostizierten Wahlsieg, während auch die regierende Partei der Revolution (CCM) den Sieg für sich reklamierte. Sowohl das Parlament als auch der Präsident der halbautonomen Inselregion wurden am Sonntag neu gewählt.

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Wahlen in Sansibar: Blut und Tränen

Die sozialistische CCM regiert die zu Tansania gehörende halbautonome Inselregion von Sansibar und Pemba bereits seit der Staatsgründung 1964. Schon ihre letzten beiden Wahlsiege 1995 und 2000 wurden von der CUF angefochten. In der Nacht zum heute erklärte CUF-Präsidentschaftskandidat Seif Shariff Hamad, trotz neuerlicher Unregelmäßigkeiten bei der Abstimmung werde die Opposition dieses Mal gewinnen. Er berief sich dabei auf von Wahlbeobachtern der CUF mitgeteilte Ergebnisse aus 20 Stimmlokalen, die für die ganze Inselregion repräsentativ seien. In diesen Wahllokalen habe er rund 60 Prozent der Stimmen erhalten, sagte Hamad. Offizielle Ergebnisse lagen noch nicht vor. Die Wahlbeteiligung wurde mit 80 Prozent der 500.000 Stimmberechtigten angegeben.

Am Sonntagnachmittag war es in der Altstadt der Inselhauptstadt Sansibar zu heftigen Auseinandersetzungen zwischen Oppositionsanhängern und Polizisten gekommen, die offenbar Busse voller Wähler von auswärts herbeifuhren. Von AP-Reportern befragt, wo sie herkämen, wollten diese Wähler nicht antworten. Die Opposition warf der Regierung vor, sie habe Landbewohner widerrechtlich zur Abstimmung in die Altstadt gefahren, um das Ergebnis in diesem traditionell von der CUF beherrschten Wahlkreis zu manipulieren. CUF-Anhänger, die die Busse zu stoppen versuchten, wurden mit Warnschüssen und Tränengas vertrieben. In einem guten Dutzend weiterer Wahllokale klagten CUF-Vertreter ebenfalls über Unregelmäßigkeiten.

Die Beobachtermission der Afrikanischen Union (AU) erklärte indes, die Wahl sei frei und fair verlaufen. Die in den Medien berichteten Zwischenfälle seien nicht gravierend. Der amtierende Präsident Amani Karume zeigte sich zuversichtlich, dass die CCM die Wahlen erneut gewinnen werde.

Die Wahlen in der Inselregion sollten ursprünglich parallel zu der Parlaments- und Präsidentschaftswahl in ganz Tansania stattfinden. Nach dem Tod eines Präsidentschaftskandidaten wurden die Wahlen auf dem Festland aber auf den 18. Dezember verschoben.

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