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Fotodokumentation: Die Kriegsverlierer

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Ein Feldzug ist nicht vorbei, wenn die Militärs ihn für beendet erklären - die Zivilbevölkerung leidet noch Jahrzehnte später. Till Mayer beschreibt in seinem Bildband "Abseits der Schlachtfelder" Menschen, deren Schicksale vom Krieg geprägt sind.

Was der Krieg hinterlässt: Das lange Leiden der Zivilbevölkerung Fotos
Till Mayer

Hamburg - Es ist ein bedrückendes Buch. In elf Portraits zeigt Till Mayer, was der Krieg hinterlässt, wenn die Waffen schweigen - überall auf der Welt. Menschen ohne Perspektive, geschundenes Land, Hunger, Leid. Der Reporter und Fotograf ist in den vergangenen Jahren dorthin gereist, wo die großen TV-Sender längst schon ihre Scheinwerfer ausgeknipst haben oder niemals waren.

Hauptberuflich arbeitet Till Mayer als Redakteur für das "Obermain-Tagblatt", ehrenamtlich engagiert er sich beim Roten Kreuz, und mit den Katastrophenhelfern vom DRK und vom Internationalen Roten Kreuz reist er seit 15 Jahren in die Kriegsgebiete und Krisenregionen Afrikas und Asiens. Viele seiner Reportagen und Fotos sind zuerst auf SPIEGEL ONLINE erschienen.

Elf Schicksale sagen die Wahrheit über den Krieg

Mayer beschreibt das leise Sterben, das durch fehlendes Trinkwasser, mangelnde Medikamente und zu wenig Nahrung ausgelöst wird. Er zeigt die Versehrten mit Krücken und Prothesen, die in ihrer nicht für Behinderte eingerichteten Welt neue Perspektiven suchen. Er schildert, wie Menschen im Krieg verrohen und ihren Opfern kaltblütig Leid zufügen.

Elf Schicksale sagen die eine Wahrheit über den Krieg: Er kennt am Ende nur Verlierer.

Zusammen mit dem Roten Kreuz und dem "Münchner Merkur" hat Mayer eine Wanderausstellung seiner Fotos konzipiert, die jetzt erstmals im Bayerischen Landtag in München gezeigt wird.

Für die Eröffnung der Ausstellung konnte Mayer einen seiner Protagonisten gewinnen - Vietnam-Veteran Romo. Der US-Amerikaner kämpft gegen seine eigene Schuld und die quälenden Alpträume, indem er sich als Botschafter des Friedens engagiert. Denn er hat am eigenen Leib erfahren, was Mayer als Fazit von seinen Reportagereisen mitgebracht hat: Mit dem Ende des Krieges endet das Leiden noch lange nicht.


Die Ausstellung "Abseits der Schlachtfelder" ist vom 29.09. bis 14.10. 2010 im Bayerischen Landtag in München zu sehen. Montag bis Donnerstag 9 bis 16 Uhr, Freitag 9 bis 13 Uhr. Der Eintritt ist frei.

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Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 4 Beiträge
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1. Öffnungszeiten
micky2 29.09.2010
Wem nutzen denn diese Öffnungszeiten? Von 9 bis 16 Uhr? Von 9 bis 13 Uhr? Nicht an einem Samstag? Soll sich Hartz 4 das anschauen und alle anderen nicht? Tolle Spiegel-Artikel-Werbung für etwas, was man eh nicht sehen kann.
2. Die Kriegsgewinnler eine Mutation des "norm." Menschen des Kriegsverlierers?
keats 29.09.2010
Zitat von sysopEin Feldzug ist nicht vorbei, wenn die Militärs ihn für beendet erklären - die Zivilbevölkerung leidet noch Jahrzehnte später. Till Mayer beschreibt in seinem Bildband "Abseits der Schlachtfelder" Menschen, deren Schicksale vom Krieg geprägt sind. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,719521,00.html
TEIL B Warum bei solchen Bildern, solchen Elend und den eindeutigen Zusammenhängen, z.B. die deutsche Bevölkerung denkt, Waffenhandel hätte etwas, bzw. brächte etwas positives, nämlich ihnen einen Arbeitsplatz, bleibt mir schleierhaft? Was ist das für ein toller Arbeitsplatz, der vom Elend anderer Menschen "lebt", die Zusammenhänge sind mehr als nur offensichtlich! "Das geht mich nichts an, das müssen andere lösen, ich kann hier nur an mich (und meine Familie ?) denken ?" Will das so im Ernst hier wirklich jemand behaupten ? Sind denen die Konsequenzen bewusst was dieses Denken bedeutet? Das Märchen mit den Arbeitsplätzen die die Rüstungsind. und damit der Waffenhandel bringt, ist ganz einfach so nicht wahr, zwar kann ich bis zu einem gewissen Grade noch verstehen, das beim Gedanken an ihren Arbeitsplatz viele den bitteren Rest ausklammern, nur das hilft nicht wirklich, bzw. nur einem, "dem Kapital", niemand sonst. Zu den Zusammenhängen von angebl. "neu" geschaffenen, oder gesicherten Arbeitsplätzen, bzw. gar "Innovationen" und Rüstungsind. habe ich (u.A.) hier im Forum schon genug geschrieben, also siehe dort, falls es wirklich interessiert. Zusammenfassend folgt der Rüstungsind. der Waffenhandel, was letztlich, ob früher oder später, immer mit exportiertem, bzw. dem dort entstehenden Elend gleichzusetzen ist und manch mal schlägt dies auf all die anderen daran beteiligten Opfer (s.o.) zurück. Profitieren kann davon nur das Kapital und seine Handlanger. Ob die den Profit auch dann noch und so ausschließlich in der Pupille haben, wenn ihnen wirklich bewusst wird, was sie angerichtet haben und alle perfektionierten Verdrängungsmechanismen nicht mehr so wirkungsvoll wie einst funktionieren, ja evtl. gar nicht, ob man das erleben wird, nicht erst auf dem Sterbebett sondern vorher ? Ich glaub nicht, denen fehlt alles menschliche, all das, was wir als Moral, Ethik, Anstand, Verantwortung, Ehre und Humanität bezeichnen würden, das was, von all dem entkleidet, übrig bleibt, ist ein Raubtier der "Wolf" (wobei der Wolf nicht pers. gemeint ist, denn dessen Verhalten ist viel sozialer) , anders ist es für mich nicht erklärbar (es sei denn es handelt sich um eine Mutation?). Nur warum scheinen wir solche Psychopathen, also offensichtlich Kranke, sich ausserhalb des menschlichen Sozialgefüges befindliche "Menschen" zu bewundern, schauen zu ihnen auf usw., wegen ihrer Macht und des Kapitals was sie (noch) besitzen ? Dabei gehören sie und ihre Anhänger (samt Politiker) doch, um es freundlich zu sagen, therapiert !
3. Die Kriegsgewinnler eine Mutation des "norm." Menschen des Kriegsverlierers?
keats 29.09.2010
Zitat von sysopEin Feldzug ist nicht vorbei, wenn die Militärs ihn für beendet erklären - die Zivilbevölkerung leidet noch Jahrzehnte später. Till Mayer beschreibt in seinem Bildband "Abseits der Schlachtfelder" Menschen, deren Schicksale vom Krieg geprägt sind. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,719521,00.html
TEIL A Der Mensch ist des menschen "Wolf", der völlig skrupellos wird, wenn es um Profite geht. Zeigen Sie diese Bilder mal denen, die hier so gerne, über die ach so tollen Arbeitsplätze schwadronieren, die uns der so notwendige Waffenhandel angeblich bringt. Diese Waffenexporte sind exportiertes Elend, nichts anderes, doch wie auch in dieser Fotoreihe zu sehen ist, schlägt der zwar nicht auf den direkten Verursacher, den Politiker, den Exporteur, den Waffenhändler selbst und nicht mal auf seine Profit zurück, aber auf die armen "Schweine" die man z.B. als "Ausbilder" mit geschickt hat, siehe die US-Soldaten die im Vietnamkrieg waren und deren (nach der "Auseinandersetzung" verübten) Selbstmorde. Auch sie, wie hier zu sehen, waren letztlich schon von Anfang an eigentlich Opfer. Menschen die man missbraucht hat, auch indem man an ihre Vaterlandsliebe u.a., an sich positive Werte appelliert hat, um sie dann damit letztlich auch genauso (psychisch) zu vergewaltigen, wie man es (mehr physisch) mit dem Kriegsgegner tat und auch immer noch tut. Natürlich gibt es auch einen vermeintlichen "Sieger", wäre es anders gäbe es dies Elend nicht und "Sieger", nein das ist das falsche Wort, Profiteure sind die "Kriegsgewinnler", die Waffenhändler und -Schieber, oder ganz einfach und auf DEN PUNKT gebracht, das Kapital. Regierungen sind nicht unbedingt der Initiator, aber sie veranlassen das alles, sie geben den "Startschuss", somit könnten sie es auch ändern und wirkungsvoll bekämpfen, wenn sie es denn wollten, nur sie wollen nicht also tun sie es auch nicht. Diese Regierungen sind selber viel zu sehr Täter aber vor allem auch Profiteur als das sie von sich aus etwas daran ändern werden. Fortsetzung siehe TEIL B
4. Krone der Schöpfung
Tschock, 29.09.2010
Wer um alles in der Welt spricht da noch vom Mensch als "Krone der Schöpfung"? Ich weiß, warum wir noch keinen Kontakt zu Außerirdischen haben: Welche intelligente Spezies möchte denn Kontakt mit sich selbst quälenden und selbstzerstörerischen Maden. Was sind wir doch so toll . . .
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Till Mayer:
Abseits der Schlachtfelder

Erich Weiß Verlag; 68 Seiten, 46 Abb.; 10 Euro.


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