Zentralafrikanische Republik Französische Fotojournalistin Camille Lepage getötet

Camille Lepages Fotografien erschienen in internationalen Zeitungen, der SPIEGEL druckte ein Bild aus dem Südsudan. Zuletzt arbeitete die französische Journalistin in der Zentralafrikanischen Republik. Dort wurde sie nun tot aufgefunden.

Camille Lepage im Februar in der Zentralafrikanischen Republik: Bei Schusswechsel zwischen muslimischen Rebellen und christlichen Milizen getötet
DPA

Camille Lepage im Februar in der Zentralafrikanischen Republik: Bei Schusswechsel zwischen muslimischen Rebellen und christlichen Milizen getötet


Bouar/Paris - Die französische Fotojournalistin Camille Lepage ist in der Zentralafrikanischen Republik getötet worden. Die 26-Jährige geriet nach jüngsten Erkenntnissen am Wochenende in einen Schusswechsel zwischen muslimischen Rebellen und christlichen Milizen.

Soldaten der französischen Friedenstruppe entdeckten ihre Leiche bei einer Fahrzeugkontrolle. Kämpfer der christlichen Milizen Anti-Balaka hatten sie offensichtlich mitgenommen. Lepage soll keine schusssichere Weste getragen haben.

Lepage hatte Fotos aus dem Bürgerkriegsland unter anderem an die französische Tageszeitung "Libération" verkauft, ihre Bilder erschienen aber auch in ausländischen Medien wie der "New York Times" oder dem "Guardian". Der SPIEGEL hatte Ende 2013 ein Bild von Lepage aus dem Südsudan gedruckt. Dorthin hatte sie zuletzt ihren Lebensmittelpunkt verlegt.

Die Abgeordneten der französischen Nationalversammlung gedachten der 26-Jährigen am Mittwoch mit einer Schweigeminute. Präsident François Hollande hatte bereits am Dienstagabend eine sofortige Aufklärung des "Mordes" gefordert und die Entsendung von Ermittlern an den Tatort nahe der Stadt Bouar angekündigt.

Die frühere Kolonialmacht Frankreich ist derzeit mit rund 2000 Soldaten in der Zentralafrikanischen Republik präsent. Hintergrund des Einsatzes sind die Kämpfe zwischen den muslimischen Rebellen und christlichen Milizen.

sun/dpa



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