Fotostrecke: "Liebe Terroristen - Bush kommt aus Texas"

Den US-Fernsehsendern sind die Friedensdemos im eigenen Land bestenfalls zehnsekündige Newsclips wert. Doch der Protest gegen Bushs Irak-Feldzug wird auch in den Vereinigten Staaten lauter. In New York demonstrierten mehr als 250.000 Menschen - wie eine Fotodokumentation zeigt mit zum Teil üblen Anfeindungen gegen US-Präsident Bush.

Dieser Demonstrant, ein Schauspieler, hat sich eine Bush-Maske aufgesetzt und spielt mit blutigen Krallen mit einem Globus, wobei er immer wieder "Meins!" ruft - nach dem Vorbild der Globus-Szene aus Charlie Chaplins Hitler-Parodie. Der Zug der 250.000 Friedensdemonstranten erstreckte sich über mehrere Kilometer vom Times Square entlang dem Broadway bis zum Washington Square. Viele Demonstranten warfen der Bush-Regierung vor, mit dem Krieg die Interessen von Öl-Konzernen zu verfolgen.
Sich ausziehen sei das Mindeste, was sie für den Weltfrieden tun könne, sagte diese junge Demonstrantin. Auch viele religiöse Gruppen beteiligten sich an den Protesten, denn fast alle Kirchen der Vereinigten Staaten verurteilen den Irak-Krieg. Einige Demonstranten dankten Frankreich für seinen Widerstand gegen den Krieg, indem sie sich als Baguette essende Franzosen mit Baskenmützen verkleideten. Andere taten auf Schildern kund, dass sie "französische Küsse und deutsche Umarmungen" mögen.
Manchmal glich die Demo eher einem Karnevalsumzug, und viele Menschen verkleideten sich. Die Stimmung schwankte zwischen fröhlich und wütend, war aber nie bitter. Einige Demonstranten schreckten auch vor extremen historischen Vergleichen, wie etwa zwischen Hitlers Reichstagsbrand und den Terroranschlägen des 11. September, nicht zurück. Mehrere Hundertschaften Polizei begleiteten den Friedenszug, zum Teil in Kampfmontur. Sie nahmen fast 100 Demonstranten fest, weil sie eine Straße blockierten.
Viele Dinge sind schöner als Bomben. Die Demonstrationen in Städten wie New York und die starke Unterstützung, die Bush im Landesinneren genießt, spiegeln die Spaltung der öffentlichen Meinung in den USA wider. Dieser Armee-Veteran hält es nicht für unpatriotisch, gegen den Krieg zu demonstrieren, um die Soldaten nach Hause zu holen.

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