Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.

Fracht des Gaza-Konvois: Hamas und Israel feilschen um die Hilfsgüter

Aus Gaza-Stadt berichtet Ulrike Putz

Die Hamas lässt die Hilfsgüter des Schiffskonvois vorerst nicht in den Gaza-Streifen. Egal, sagen viele Palästinenser: Die Fracht werde ohnehin nur unter Parteigängern der Radikalislamisten verteilt. Einige Händler fürchten gar die Ankunft der Geschenke - sie machen ihnen das Geschäft kaputt.

Früher war Zaed Khadar stolzer Hausbesitzer: Ein dreistöckiges Eigenheim hatte er sich in Dschabalija im Norden des Gaza-Streifens gebaut. Im Erdgeschoss betrieb er einen Supermarkt, mit dem er genug verdiente, um die sieben Kinder zu versorgen. Auf dem Dach züchtete seine Frau Hühner. Dann kam der Gaza-Krieg im Januar 2009 und plötzlich lag das Leben der Khadars in Trümmern: Von ihrem Stadtviertel, ihrem Haus, ihrem Geschäft blieben nur Ruinen.

Seitdem ist der 46 Jahre alte Khadar arbeits- und hilflos, im wahrsten Sinne des Wortes. Denn die Spenden, die von großen und kleinen Hilfsorganisationen in den Gaza-Streifen gebracht werden, kommen bei den Khadars nicht an.

"Leute, die nicht mit der Hamas dicke sind, sehen gar nichts von den Hilfsgütern oder Geldgeschenken", sagt Khadar. Auf der Sanddüne, auf der früher sein Haus thronte, steht nun eine Notunterkunft, zusammengebaut aus Ytong-Blöcken, die Khadar aus den Ruinen barg; als Dach dienen Zelte, in der die Familie den ersten Sommer nach dem Krieg verbrachte. "Hamas-Anhänger bekommen Fertighäuser, Möbel und bezahlte Jobs. Wir bekommen nichts."

Der Grund, warum die Familie leer ausgeht: Wie viele seiner Nachbarn ist Khadar Anhänger der Fatah-Partei, der Erzrivalin der Radikalislamisten. Deshalb hatte Khadar auch kaum Hoffnung, etwas von den 10.000 Tonnen Hilfsgütern zu sehen, mit der die internationale Solidaritätsflotte zu Wochenbeginn in den Hafen Gazas einlaufen wollte. "Wir wussten, dass die Hamas die Sachen an sich nehmen und dann nach Gutdünken verteilen würde. Für uns und viele unserer Freunde macht es keinen Unterschied, ob die Welt versucht zu helfen. Unser Leid wird nur durch das Ende der Blockade beendet werden."

Die mehrheitlich unter türkischer Flagge fahrende Hilfsflotte für den von Israel mit einem Wirtschaftsembargo belegten Gaza-Streifen ist nie angekommen: Israel stoppte sie am Montag mit einer blutigen Kommandoaktion, bei der neun Aktivisten starben, mehr als 30 Passagiere und sieben israelische Soldaten verletzt wurden.

Einen Großteil der vorübergehend beschlagnahmten Waren von den Schiffen hat Israel inzwischen freigegeben und an die Grenze zum Gaza-Streifen gebracht. Nun stellt sich das nächste Problem: Die Hamas spielt politische Spielchen. Die Organisation herrscht allein über Gaza und stellt Israel Bedingungen, zu denen sie die Güter in ihr Hoheitsgebiet hineinzulassen gedenkt. So sollen die Waren nicht peu à peu, sondern in einem Schwung übergeben werden.

Die Hilfsgüter sind zum Spielball der Politik geworden

Alles oder Nichts. Damit will die Hamas durchsetzen, dass auch die so dringend benötigten Baumaterialien ausgehändigt werden. Seit Kriegsende hat Israel die Einfuhr von Zement und Stahl verhindert. Damit könnten Tunnel und Bunker, also militärische Anlagen gebaut werden, argumentiert Jerusalem.

Die Hilfsgüter sind zum Spielball der Politik geworden. Und so kostet ein Sack Zement, der durch Schmuggeltunnel aus Ägypten in den Gaza-Streifen gebracht wird, auch heute noch 50 Dollar. Früher, vor der Blockade, kostete er sieben Dollar.

"Ich habe 5000 Dollar, meine ganzen Ersparnisse in den Zement für unsere Notunterkunft gesteckt", sagt Khadar. Er appelliert an die Hilfsorganisationen, alles zu tun, um die Hilfe direkt zu den Menschen zu bringen. Die Hamas dürfe der Waren nicht habhaft werden. Und er schäumt, wenn er von seinem Nachbarn hinter der Düne erzählt. Dem hat Hamas-Ministerpräsident Ismail Hanija vor einiger Zeit ein neues Haus übergeben, schlüsselfertig.

"Man muss halt Glück haben im Leben"

Tatsächlich prangt neben der Haustür von Aderauf al-Batsch eine Tafel, die an das denkwürdige Ereignis erinnert. Dass er Teil der Hamas ist, streitet der 35-jährige Hausbesitzer nicht ab, wohl aber, dass er bevorzugt behandelt worden sei. "Das Bauministerium hat eine Lotterie für einen Neubau abgehalten. Und ich habe zufällig gewonnen", beteuert Batsch. Dass es doch ein seltsamer Zufall sei, dass der einzige Hamas-Anhänger in der Nachbarschaft den Hauptgewinn gezogen habe, tut er ab. "Man muss halt Glück haben im Leben."

Israel hat seit seinem Rückzug aus dem Gaza-Streifen im Sommer 2005 das Gebiet mit Wirtschaftssanktionen belegt, die es schrittweise verschärfte. Als die Hamas 2006 die palästinensischen Wahlen gewann, als Militante 2006 den israelischen Soldaten Gilad Schalit gefangen nahmen, als sich die Hamas 2007 die Alleinherrschaft über den Küstenstreifen erkämpfte: Immer reagierte Israel damit, noch weniger Güter in den Gaza-Streifen hineinzulassen. Auch Ägypten hält seine Grenze die meiste Zeit geschlossen: Kairo fürchtet, dass eine erfolgreiche Hamas-Regierung die Machtphantasien der ägyptischen Islamisten beflügeln könnte.

Fotostrecke

6  Bilder
Freude in Gaza-Stadt: Hoffnung auf das Ende der Blockade

Die Uno nennt das verhängten Embargo und den eingeschränkten Personenverkehr eine illegale Kollektivstrafe. Nach Uno-Angaben leben inzwischen 80 Prozent der 1,5 Millionen Einwohner des Gaza-Streifens unter der Armutsgrenze, 42 Prozent sind arbeitslos. Das Wirtschaftsleben ist fast komplett zusammengebrochen. Uno-Generalsekretär Ban Ki Moon forderte am Donnerstag erneut das sofortige Ende der Blockade.

Zur Abhängigkeit erzogen

Auch die Hamas verlangt, dass Israel und Ägypten die Grenzen zu ihrem Hoheitsgebiet offenhalten muss. Wie die Uno verweist sie dabei auf die notleidende Bevölkerung. Angesichts dessen erscheint es unverständlich, dass die Islamisten dringend benötigte Materialien nicht hineinlassen wollen in das von ihnen regierte Gebiet. Am Donnerstag schrieben israelische Zeitungen denn auch, so schlimm könne die Lage ja nicht sein, wenn die Palästinenser die internationale Hilfe nicht annähmen.

Hamas-Sprecher Ismail Raduan zeigte sich davon unbeeindruckt. "Wir nehmen keine Geschenke, an denen Blut klebt", sagte er gegenüber SPIEGEL ONLINE. "Sollten wir die Lieferung akzeptieren, würden wir die Gewalttat Israels legitimieren." Ein Hintertürchen wollte sich Raduan jedoch offenhalten. "Wenn die Türken uns bitten, die Hilfsgüter hereinzulassen, werden wir das tun."

Es gibt Menschen in Gaza, die sich keinesfalls auf die Ankunft der Spenden freuen. "Für uns ist alles, was umsonst verteilt wird, schlecht fürs Geschäft", sagt ein palästinensischer Apotheker. Er hat in Berlin studiert, möchte seinen Namen aus Angst vor Repressalien nicht gedruckt sehen. Jedes Medikament, jedes Spielzeug, das wohlmeinende Westler spendeten, gefährde die wenigen Arbeitsplätze, die es im Gaza-Streifen noch gebe, sagt er. Ein Kollege in einer anderen Apotheke stimmt ihm zu: "Wir werden zur Abhängigkeit erzogen."

Grundvoraussetzung dafür, dass Gaza bald wieder auf eigenen Beinen stehen und sich selbst versorgen könne, sei ein Ende der Blockade-Politik Israels. Darin sind sich der Ex-Hausbesitzer Khadar, die Apotheker, die Hamas und die Uno selten einig.

Diesen Artikel...
Forum - Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 301 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
1. Wie Recht sie haben...
Legacy 04.06.2010
Zitat von sysopDie Hamas lässt die Hilfsgüter des Schiffskonvois vorerst nicht in den Gaza-Streifen. Egal, sagen viele Palästinenser: Die Fracht werde ohnehin nur unter Parteigängern der Radikalislamisten verteilt. Einige Händler fürchten gar die Ankunft der Geschenke - sie machen ihnen das Geschäft kaputt. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,698688,00.html
...die Palästinenser. Vielleicht werden Sie langsam klug und kapieren, das sie sich mit der Hamas ihre eigenen Henker zur Führung gewählt haben.
2. Schwachsinnige Aktion.
christiane006, 04.06.2010
Zitat von sysopDie Hamas lässt die Hilfsgüter des Schiffskonvois vorerst nicht in den Gaza-Streifen. Egal, sagen viele Palästinenser: Die Fracht werde ohnehin nur unter Parteigängern der Radikalislamisten verteilt. Einige Händler fürchten gar die Ankunft der Geschenke - sie machen ihnen das Geschäft kaputt. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,698688,00.html
man kann beobachten, wie die Helden nach Hause kommen und sich feiern lassen, doch mich interessiert nur eine Frage, wurde mit dieser Aktion der Frieden in die Region gebracht? Mein Eindruck ist, dass man die Situation nur verschärft hat. Die " Friedensaktivisten " bestätigen selbst, dass es nicht darum ging, die Waren in den Gaza Streifen zu bringen, dass hätte man vorher ohne Probleme lösen können. Sie wollten ein Fanal setzen und selbstverständlich wollten sie die Israelis reizen, damit sie etwas Dummes tun. Ist ihnen ja auch gelungen. So schafft man keinen Frieden, so setzt man eine ganze Region in Brand und wenn man die weltweiten Bündnisse einbezieht, kann noch viel größeres Unheil entstehen. Der Frieden kann nur auf dem Verhandlungsweg erreicht werden und ohne die USA geht dort unten gar nichts. Was sollte dieser Unsinn? Sollen wir diesen Heißspornen ohne Verstand ein Denkmal setzen, weil sie die internationalen Beziehungen nur noch verschlechtert haben. Vielleicht lässt man einmal Leute ran, die über den nötigen Verstand verfügen, leider haben die Palästinenser sich selbst eine unfähige Administration zusammen gewählt, die für die Entwicklung zum Positiven nichts beiträgt, weil Kompromiss für diese Leute ein Fremdwort ist. Was sollen wir tun. Für Dummköpfe kann man eigentlich nur beten.
3. Gaza ist nicht Hamas
kamsala 04.06.2010
Als ob die paar Hilfgüter einen Unterschied machen würden. Die ganze Lieferung hat eh nur symbolischen Wert, abgesehen vielleicht von den Baumaterialien. Israel lässt nach eigenen Angaben 100 LKW täglich durch. Früher waren es fast 2000, heute könnten es auch doppelt so viele sein. Es geht eben um das Ende der Blockade, nicht um eine Tagesration für die Lager-Insassen in Gaza.
4. Mad Dog wie Nixon in Vietnam
kamsala 04.06.2010
Zitat von christiane006man kann beobachten, wie die Helden nach Hause kommen und sich feiern lassen, doch mich interessiert nur eine Frage, wurde mit dieser Aktion der Frieden in die Region gebracht? Mein Eindruck ist, dass man die Situation nur verschärft hat. Die " Friedensaktivisten " bestätigen selbst, dass es nicht darum ging, die Waren in den Gaza Streifen zu bringen, dass hätte man vorher ohne Probleme lösen können. Sie wollten ein Fanal setzen und selbstverständlich wollten sie die Israelis reizen, damit sie etwas Dummes tun. Ist ihnen ja auch gelungen. So schafft man keinen Frieden, so setzt man eine ganze Region in Brand und wenn man die weltweiten Bündnisse einbezieht, kann noch viel größeres Unheil entstehen. Der Frieden kann nur auf dem Verhandlungsweg erreicht werden und ohne die USA geht dort unten gar nichts. Was sollte dieser Unsinn? Sollen wir diesen Heißspornen ohne Verstand ein Denkmal setzen, weil sie die internationalen Beziehungen nur noch verschlechtert haben. Vielleicht lässt man einmal Leute ran, die über den nötigen Verstand verfügen, leider haben die Palästinenser sich selbst eine unfähige Administration zusammen gewählt, die für die Entwicklung zum Positiven nichts beiträgt, weil Kompromiss für diese Leute ein Fremdwort ist. Was sollen wir tun. Für Dummköpfe kann man eigentlich nur beten.
Immerhin ist die jahrelange, menschenverachtende Blockade wieder in die Medien gekommen. Es ist ihnen gelungen, die vergessenen Menschen in Gaza wieder in die Weltöffentlichkeit zu tragen. Ohne solche Aktionen bleibt es dort unten beim Status Quo - mit dem Israel sich ganz gut eingerichtet hat, auf Kosten der Palästinenser. Abgesehen davon: Israel hat in internationalen Gewässern ein türkisches Schiff aufgebracht. Das ist Piraterie, wenn nicht eine Kriegserklärung, Selbstverteidigung also durchaus legitim - auch mit Eisenstangen (was würde wohl passieren, wenn die Russen ein Georgisches Schiff so aufbringen würden?). Israel hätte das geschickter lösen können, aber anscheinend war Netanjahu/Barak an einer Eskalation mindestens genauso interessiert wie die "Märtyrer".
5. .
markus_wienken 04.06.2010
Zitat von Legacy...die Palästinenser. Vielleicht werden Sie langsam klug und kapieren, das sie sich mit der Hamas ihre eigenen Henker zur Führung gewählt haben.
So ist das halt wenn eine archaische Kultur versucht Demokratie zu spielen. So "albern" sich das auch anhört, auch Demokratie will gelernt sein.
Alle Kommentare öffnen
    Seite 1    
Diskussion geschlossen - lesen Sie die Beiträge! zum Forum...

© SPIEGEL ONLINE 2010
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH




Geschichte Israels

DER SPIEGEL
Interaktiv: Das Heilige Land im Wandel


Die Streitpunkte zwischen Israelis und Palästinensern
Klicken Sie auf die Überschriften, um Details zu erfahren:
Grenzen
REUTERS
Palästinensische Politiker fordern, dass Israel sich aus den seit 1967 besetzten palästinensischen Gebieten zurückzieht. Das Westjordanland und Gaza sollen Staatsgebiet des unabhängigen Staates Palästina sein - mit der Hauptstadt Jerusalem.

Israel wäre wohl bereit, sich aus mehr als 90 Prozent des Westjordanlands zurückzuziehen und einen Kompromiss einzugehen: Israel behält die großen Siedlungsblöcke und entschädigt die Palästinenser dafür mit Land in der Wüste Negev, das an Gaza grenzt.
Rückkehrrecht der Flüchtlinge
Getty Images
Israel soll das Recht auf Rückkehr der palästinensischen Flüchtlinge anerkennen, so wie es die Resolution 194 der Vollversammlung der Vereinten Nationen beschreibt. Wie das Recht praktisch umgesetzt wird, soll in einem bilateralen Abkommen geregelt werden.

Israel will das Recht auf Rückkehr nur für die Gebiete eines zukünftigen Staates Palästina in die Praxis umsetzen. Es soll keine Rückkehr in israelisches Territorium geben.
Verbindung zwischen Gaza und dem Westjordanland
AP
Die Palästinenser fordern einen Landweg zwischen den räumlich getrennten Territorien des Gaza-Streifens und des Westjordanlands, der vom Staat Palästina verwaltet und gesichert wird.

Israel will das Westjordanland und Gaza durch hohe Brücken oder Tunnel miteinander verbinden. Israel verwaltet und sichert den Verbindungsweg.
Jerusalem
REUTERS
Die Palästinenser wollen Ost-Jerusalem als Hauptstadt des zu gründenden palästinensischen Staates. Der gesamte Tempelberg würde dann vom Staat Palästina kontrolliert, nur die Klagemauer stünde weiterhin unter israelischer Hoheit.

Israel will die Mehrheit der palästinensischen Viertel Jerusalems vom Staat Palästina verwalten lassen, die jüdischen Enklaven in Ost-Jerusalem stehen unter israelischer Verwaltung. Beide Staaten kontrollieren den Tempelberg gemeinsam, möglicherweise mit internationaler Beteiligung.
Die Hilfsorganisation Free Gaza
Die Ziele
Die internationale Organisation Free Gaza will mit Hilfsgütern die palästinensische Bevölkerung des Gaza-Streifens unterstützen. Solidaritätsfahrten von Schiffen sollen auch öffentlichkeitswirksam auf die Blockade des Gebiets durch Israel hinweisen. "Wir wollen der Strangulation und dem Aushungern einer Bevölkerung von 1,5 Millionen Menschen nicht tatenlos zusehen", heißt es von der Organisation dazu.
Die Helfer
Free-Gaza-Spendensammlungen werden in Deutschland unter anderem unterstützt von der Deutsch-Palästinensischen Gesellschaft, die kirchliche Friedensorganisation Pax Christi und dem Verein Internationale Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges (IPPNW). Mehrfach wurden Fahrten von "Solidaritätskonvois" mit Dutzenden bis Hunderten Aktivisten an Bord und prominenten Unterstützern organisiert.
Die Konvois
Im August 2008 erreichten laut Free Gaza zwei Schiffe mit Hilfsgütern im Wert von 200.000 Euro von Griechenland über Zypern Gaza. Im Oktober 2008 brachten 26 Aktivisten auf einem weiteren Schiff medizinische Hilfsgüter nach Gaza. Während des Gaza-Krieges endete eine Solidaritätsfahrt Ende Dezember 2008 kurz vor der Küste. Nach Angaben der Aktivisten wurde ihr Boot nach Schüssen vor den Bug von einem israelischen Kriegsschiff gerammt und zum Abdrehen gezwungen. Bei einem weiteren Versuch im Juni 2009 wurde ein Hilfsschiff vor Gaza abgefangen und in den israelischen Hafen Aschdod gezwungen.
Leben im Gaza-Streifen
Der Alltag der rund 1,5 Millionen Palästinenser in dem dicht bevölkerten Küstenstreifen am Mittelmeer ist seit Jahren von Gewalt und sozialer Not bestimmt. Die meisten Menschen sind auf internationale Hilfe angewiesen. Seit 2007 kontrolliert die radikal-islamische Hamas den Gaza-Streifen. Nach einem massiven Raketenbeschuss aus Gaza startete Israel im Dezember 2008 die dreiwöchige Militäroffensive "Gegossenes Blei", bei der nach palästinensischen Angaben mehr als 1400 Palästinenser getötet wurden. Israel erklärte den Gaza-Streifen zum "feindlichen Gebiet" und sperrte alle Zufahrten zu Lande und zu Wasser, was das Wirtschaftsleben weitgehend zusammenbrechen ließ.


Der kompakte Nachrichtenüberblick am Morgen: aktuell und meinungsstark. Jeden Morgen (werktags) um 6 Uhr. Bestellen Sie direkt hier: