Vorort von Paris Auto fährt in Soldatengruppe - mehrere Verletzte

In einem Pariser Vorort hat ein Auto eine Gruppe Soldaten erfasst - sechs wurden verletzt, zwei davon schwer. Der Fahrer konnte fliehen. Eine Anti-Terror-Abteilung der Staatsanwaltschaft ermittelt nun.

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Ein Fahrzeug ist in einem Vorort von Paris in eine Gruppe Soldaten gefahren. Zwei Menschen seien in Levallois-Perret schwer verletzt worden, vier weitere leicht, sagte eine Polizeisprecherin. Die Anti-Terror-Abteilung der Pariser Staatsanwaltschaft hat die Ermittlungen übernommen. Der französische Innenminister spricht von einer absichtlichen Tat.

Der Fahrer des Wagens, offenbar ein dunkler BMW, sei geflohen. Die Polizei im Département Hauts-de-Seine geht davon aus, dass der Fahrer den Unfall absichtlich verursacht hat. Die Fahndung läuft. Laut französischen Medienberichten sollen die betroffenen Militärs Teil der Anti-Terror-Operation "Sentinelle" sein, die in vielen französischen Städten patrouilliert.

Die Staatsanwaltschaft erklärte, sie habe eine Untersuchung wegen versuchten Mordes in Verbindung mit einem Terrorvorhaben eröffnet. Auch Innenminister Gérard Collomb geht nicht von einem Unfall aus. "Wir wissen, dass das eine absichtliche Tat war", sagte er nach einem Besuch bei betroffenen Soldaten im Krankenhaus.

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Nahe Paris: BMW fährt in Soldatengruppe

"Das ist eine abscheuliche Aggression"

Der Inlandseinsatz "Sentinelle" (Wache oder Wachposten) wurde nach den islamistischen Anschlägen auf die Satirezeitung "Charlie Hebdo" und einen jüdischen Supermarkt im Januar 2015 in Paris ins Leben gerufen. Die Soldaten bewachen unter anderem Synagogen, Flughäfen, Bahnhöfe und Touristenattraktionen wie Museen oder den Pariser Eiffelturm.

Die Soldaten wurden vor einer Kaserne im Zentrum von Levallois angefahren, wie der Bürgermeister des Ortes dem Fernsehsender BFM-TV sagte. Das Fahrzeug habe sich zuvor auf der Straße positioniert. Der Fahrer habe augenscheinlich darauf gewartet, dass die Soldaten zu ihrem Fahrzeug gehen und sei dann auf sie zugerast. "Das ist eine abscheuliche Aggression", sagte der Bürgermeister.

Die Behörden riefen die Franzosen im Netz dazu auf, keinen Gerüchten zu glauben oder diese zu verbreiten, sondern stattdessen den offiziellen Bekanntmachungen zu folgen.

Der Vorort Levallois-Perret ist nur wenige Kilometer vom Stadtzentrum von Paris entfernt. Französische Sicherheitskräfte waren schon mehrfach Ziel von Anschlägen.

Erst im April wurde ein Polizist auf den Pariser Champs-Élysées erschossen. Am Wochenende war ein Mann mit einem Messer am Eiffelturm festgenommen worden, der in einer Vernehmung sagte, er habe einen Anschlag auf einen Soldaten geplant. Er wurde inzwischen in ein psychiatrisches Krankenhaus eingewiesen.

dop/dpa/AFP/Reuters/AP



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