Frankreich Auto rast in Soldatengruppe vor Moschee

Angriff in der südostfranzösischen Stadt Valence: Ein Autofahrer steuerte seinen Wagen vor einer Moschee in eine Gruppe von Wachsoldaten. Einer der Soldaten schoss auf den Mann und verletzte ihn schwer.

AFP

Viele gläubige Muslime waren gerade auf dem Weg in die Moschee von Valence, als ein Auto auf eine Gruppe Soldaten zusteuerte, die die Moschee bewachen sollten. Laut französischen Behördenangaben schoss einer der Soldaten auf den Autofahrer, der dabei schwer verletzt wurde. Auch ein unbeteiligter Muslim im Alter von 72 Jahren wurde durch einen Querschläger am Bein getroffen.

Bei dem Autofahrer handelt es sich nach Informationen der Nachrichtenagentur Reuters um einen polizeibekannten 29-Jährigen, der aus einem Vorort von Lyon stammt. Zu seinen Motiven ist nichts bekannt. Der Mann wurde festgenommen und in ein nahegelegenes Krankenhaus gebracht.

Laut den Behörden soll der Mann zwei Mal versucht haben, die Gruppe Wachsoldaten zu rammen. Dabei wurde offenbar mindestens ein Soldat verletzt. Nachdem der Autofahrer auf Warnschüsse nicht reagierte, habe einer der Soldaten direkt auf ihn geschossen und ihn am Arm und am Bein getroffen, sagte der Bürgermeister von Valence, Nicolas Daragon, dem Sender iTele. Bei France Info sagte er, die "Soldaten haben mit großer Selbstbeherrschung gehandelt".

Laut Daragon ereignete sich der Zwischenfall in der Pause zwischen zwei Gebeten, als Hunderte Muslime auf dem Weg in die Moschee waren. Die muslimische Gemeinde in der Stadt südlich von Lyon gelte als friedlich und gemäßigt.

Frankreichs Premierminister Manuel Valls versicherte den angegriffenen Soldaten seine Unterstützung. "Ich bin allen unseren Militärs dankbar, die für die Sicherheit in Frankreich mobilisiert sind", schrieb Valls auf Twitter.

Die Sicherheitslage in Frankreich ist angespannt, seit am 13. November islamistische Terroristen bei mehreren Attentaten in Paris 130 Menschen töteten. Seitdem sind auch Soldaten zum Schutz religiöser Einrichtungen abgestellt.

stk/apr/AFP/AP/Reuters/dpa

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