Frankreich Behörden finden Waffenarsenal - Verdacht auf Anschlagspläne

Die französischen Ermittlungsbehörden haben bei einem Studenten ein Arsenal von Kriegswaffen gefunden. Er habe offenbar einen Anschlag auf Kirchen geplant, sagt der Innenminister.

Französischer Innenminister Bernard Cazeneuve: Anschlag wurde vereitelt
AFP

Französischer Innenminister Bernard Cazeneuve: Anschlag wurde vereitelt


In Frankreich ist am Wochenende möglicherweise ein unmittelbar bevorstehender Anschlag verhindert worden. Das gab Innenminister Bernard Cazeneuve in Paris bekannt. Französische Behörden hätten demnach bereits am Sonntag einen Mann festgenommen, der ein Attentat auf ein oder zwei französische Kirchen geplant haben soll. Er war den Geheimdiensten wegen Plänen bekannt, nach Syrien in den Dschihad zu ziehen.

Die Ermittler hätten in seiner Wohnung und in seinem Auto ein "Arsenal aus mehreren Kriegswaffen" gefunden, teilte Cazeneuve mit. Darunter Handwaffen, Kriegswaffen und schusssichere Westen, außerdem Handys und Unterlagen, die unmissverständlich auf einen geplanten Anschlag schließen ließen. Der Mann war der Polizei bekannt: 2014 und 2015 habe er im Fokus der Ermittlungen gestanden. Seither war der 24-jährige Informatikstudent aktenkundig. Der Algerier lebt seit 2010 in Frankreich.

Der Mann befindet sich nun in Polizeigewahrsam, die Ermittlungen werden von der Pariser Anti-Terror-Staatsanwaltschaft geleitet. Sie sucht nach möglichen Komplizen.

Der Mann habe sich mit einer weiteren Person über Anschlagspläne ausgetauscht, sagte zuständige Staatsanwalt François Molins. Der Gesprächspartner könnte sich in Syrien befinden. Er habe den Studenten aufgefordert, eine Kirche ins Visier zu nehmen.

Der Mann war durch Zufall aufgeflogen. Der Verdächtige soll für die Ermordung einer 32-jährigen Frau verantwortlich sein, die am Sonntag erschossen in einem Auto in Villejuif bei Paris aufgefunden worden war. Der Student hatte nach der Ermordung der Frau einen Krankenwagen gerufen, weil er eine Schussverletzung am Bein erlitten hatte. Die genauen Umstände des Todes der Frau müssten noch aufgeklärt werden, sagte Innenminister Cazeneuve.

Seit den Anschlägen auf die Satirezeitung "Charlie Hebdo" im Januar in Paris gilt in Frankreich eine erhöhte Terror-Warnstufe - im Großraum Paris herrscht nach wie vor die höchste Warnstufe.

kry/heb/dpa/AFP; Mitarbeit Stefan Simons (Paris)



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