Vereitelter Anschlag in Frankreich Iranischer Diplomat wird nach Belgien ausgeliefert

Ein in Bayern festgenommener iranischer Diplomat soll an belgische Behörden übergeben werden. Die Vorwürfe lauten Spionage und Verabredung zum Mord.

Das Wappen des Generalbundesanwalts
picture alliance / dpa

Das Wappen des Generalbundesanwalts


Der Mann gilt als mutmaßlicher Drahtzieher eines vereitelten Anschlags auf Exil-Iraner in Frankreich und sitzt derzeit in einem deutschen Gefängnis. Nun hat das Oberlandesgericht Bamberg laut Mitteilung vom Montag einen Antrag des Generalstaatsanwaltes für zulässig erklärt. Damit kann Assadollah A. nach Belgien ausgeliefert werden.

Ihm werden Spionage und Verabredung zum Mord vorgeworfen. Er soll der Bundesanwaltschaft in Karlsruhe zufolge ein in Belgien lebendes Ehepaar mit dem Anschlag beauftragt und ihm dafür auch eine Vorrichtung mit 500 Gramm Sprengstoff übergeben haben.

Der Anschlag sollte eine Versammlung oppositioneller Exil-Iraner mit 25.000 Teilnehmern am 30. Juni im französischen Villepinte treffen. Belgische Spezialeinheiten hatten das Paar mit dem Sprengstoff im Auto rechtzeitig in Brüssel gestoppt. Am 1. Juli war der Diplomat an einer Autobahnraststätte bei Aschaffenburg festgenommen worden (mehr zu den Hintergründen erfahren Sie hier).

Laut Bundesanwaltschaft war Assadollah A. seit 2014 als Dritter Botschaftsrat an der iranischen Botschaft in Wien akkreditiert. Er habe für das iranische Nachrichtenministerium MOIS gearbeitet, das oppositionelle Gruppierungen im In- und Ausland ausforsche und bekämpfe. In Deutschland konnte der Mann aufgrund eines europäischen Haftbefehls der belgischen Ermittler festgenommen werden, weil der Diplomatenstatus ihn nur in Österreich vor Strafverfolgung schützte.

vks/dpa



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