Austritt angekündigt "En Marche"-Mitglieder kritisieren Personenkult um Macron

Sie sprechen von "Arroganz" und "Einschüchterungsversuchen" - die Partei sei ausschließlich auf Macron ausgerichtet: 100 Mitglieder der Bewegung des französischen Präsidenten haben ihren Austritt angekündigt.

Emmanuel Macron
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Emmanuel Macron


Es läuft nicht rund für die Bewegung La République en Marche (LREM) von Frankreichs Präsident Emmanuel Macron: Hundert bisherige Mitstreiter haben den Rückzug aus LREM angekündigt. In einem am Dienstag vom Rundfunksender Franceinfo veröffentlichten Brief beklagen sie autoritäre Strukturen, die an das Ancien Régime der absolutistischen Herrscher Frankreichs erinnerten. Der Protest kommt kurz vor dem ersten Parteitag von LREM am Samstag.

In dem Brief der "100 Demokraten" heißt es, Macrons Bewegung habe seit seinem Amtsantritt im Mai ihre Prinzipien verraten. Statt Basisdemokratie habe sich eine "Herrschaft der Eliten" durchgesetzt. In dem Brief ist von "Arroganz" der LREM-Verantwortlichen die Rede sowie von "Drohungen" und "Einschüchterungsversuchen" gegenüber engagierten Mitgliedern.

"Prinzip demokratischer Wahlen negiert"

LREM wurde von Macron erst 2016 aus der Taufe gehoben und gewann 2017 überraschend die Wahl zum Präsidenten. Zuvor war Macron erst Investmentbanker, dann Wirtschaftsberater und Wirtschaftsminister von Präsident François Hollande. Im Juni holte LREM - offenbar beflügelt von Macrons Wahlerfolg - aus dem Stand 28 Prozent der Stimmen in der Nationalversammlung.

Die 100 Kritiker bemängeln nun besonders scharf das Prozedere zur Wahl des neuen Parteivorsitzenden. Der bisherige Regierungssprecher Christophe Castaner ist einziger Kandidat auf dem Parteitag, eine Urwahl ist nicht vorgesehen.

Damit werde das "Prinzip demokratischer Wahlen negiert, das durch die französische Revolution und die Verfassung geheiligt" sei, heißt es in dem Brief. Laut Franceinfo gehören zu den Urhebern des Schreibens unter anderem gewählte Kommunalvertreter und Parteiverantwortliche. Sie kritisieren demnach auch den "Personenkult" um Präsident Macron.

cht/AFP



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