Parlamentswahlen in Frankreich Macron nominiert Hunderte Polit-Neulinge

Frankreichs neuer Präsident Emmanuel Macron will sich bei den Parlamentswahlen eine eigene Hausmacht sichern. Die meisten Kandidaten seiner Bewegung hatten noch nie ein politisches Amt.

Emmanuel Macron
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Frankreichs künftiger Präsident Emmanuel Macron will die Politik im Land erneuern: Bei der Parlamentswahl im Juni setzt seine Bewegung in den Wahlkreisen gerade deshalb auf viele Politik-Neulinge. Von den bislang 428 Kandidaten kämen 52 Prozent aus der Zivilgesellschaft und seien noch nie in ein politisches Amt gewählt worden, sagte der Generalsekretär der Bewegung "La République en Marche" in Paris.

Bei nur fünf Prozent der Kandidaten handele es sich um Abgeordnete der bisherigen Nationalversammlung, sagte Generalsekretär Richard Ferrand. Damit halte Macron sein "Versprechen einer Erneuerung" in der Politik. Aufgestellt wurden bislang 214 Kandidaten und 214 Kandidatinnen. Ausgesucht wurden sie aus 19.000 Bewerbern.

Für die Parlamentswahl am 11. und 18. Juni will "La République en Marche" für jeden der 577 Wahlkreise einen Kandidaten aufstellen. Die bislang nicht ausgewählten Bewerber sollen bis zum kommenden Mittwoch ernannt werden.

Valls tritt nicht für Macrons Bewegung an

Macron wird für seine innenpolitischen Pläne eine Mehrheit in der Nationalversammlung benötigen. Ohne diese wäre er gezwungen, eine Regierung zu ernennen, der auch Politiker eines anderen politischen Lagers angehören. Eine derartige "Kohabitation" gab es zuletzt von 1997 bis 2002 mit dem Konservativen Jacques Chirac als Präsidenten und dem Sozialisten Lionel Jospin als Premierminister.

Der sozialistische Ex-Premierminister Manuel Valls wird entgegen seiner Ankündigung nicht für Macrons Bewegung antreten, sagte der Generalsekretär. "La République en Marche" werde aber in dessen Wahlkreis keinen Gegenkandidaten aufstellen.

Macron hatte die Präsidentschaftswahl am vergangenen Sonntag mit einer Zweidrittelmehrheit gegen die Rechtspopulistin Marine Len Pen gewonnen.

mho/AFP



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