Frankreich Macron schottet sich von Journalisten ab

Zum Élysée-Palast haben Journalisten keinen freien Zugang mehr, auf Reisen dürfen nur handverlesene Reporter mit: Emmanuel Macron gerät für seinen Umgang mit der Presse in die Kritik.

Emmanuel Macron
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Emmanuel Macron


Öffentlich ausgetragene Streitereien, brisante Informationen aus dem Élysée-Palast, die an die Presse durchgestochen werden - damit soll nach dem Willen von Emmanuel Macron nun Schluss sein. Medienberichten zufolge ermahnte Frankreichs neuer Präsident die Mitglieder seines Kabinetts zu "Vertraulichkeit, Disziplin, Solidarität und Verantwortungsbewusstsein". Sie sollten nicht in jedes Mikrofon sprechen, das ihnen hingehalten werde.

Doch damit nicht genug. Macron greift zu härteren Mitteln. Die richten sich aber nicht gegen seine eigenen Leute - sondern gegen die Medien. Künftig dürfen Journalisten nicht mehr in den Innenhof des Élysée-Palasts, um von dort die Kabinettssitzungen zu verfolgen. Bisher war ihnen das erlaubt, berichtet die "Frankfurter Allgemeine Zeitung".

Regierungssprecher Christophe Castaner sprach von einem neuen Umgang mit der Presse. Was das heißt, konnte man unter anderem bei den Aufnahmen der traditionellen Kabinettsfotos mit allen Ministern sehen. TV-Kameras waren nicht zugelassen, nur ein Regierungsfotograf durfte das Mannschaftsbild festhalten.

Dazu kommt: Macron will sich auf Reisen offenbar nur von selbst ausgewählten Journalisten begleiten lassen. Verschiedene Medien berichten, die Regierung habe versucht, entsprechende Vorschriften zu machen. Bislang konnten die Redaktionen entscheiden, wen sie mit auf Reisen schicken.

Medienvertreter reagierten wütend auf die verschärften Regeln und sehen darin einen Angriff auf die Pressefreiheit. Über 20 Medienhäuser brachten ihre Empörung in einem offenen Brief an Macron zum Ausdruck. Der neue Staatschef hatte sich in der Vergangenheit darüber beklagt, von den Medien schlecht behandelt zu werden.

kev



insgesamt 146 Beiträge
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rudisresterampe 19.05.2017
1. Lasst ihn jetzt endlich machen...
..sonst werden wir in 5 Jahren sehen was aus der EU geworden ist.
fatherted98 19.05.2017
2. tja...
...Macron der Oberdemokrat!....von Trump lernen heißt siegen lernen...alles andere ist FAKE NEWS!
muenchen84 19.05.2017
3. kuck an, der Retter zeigt sein anderes Gesicht
das sind ja ganz neue Züge am bisher so liberalen Musterschüler, na da warden wir noch einiges erleben und hoffen, dass er Maß genommen und eingebremst wird.
Ottokar 19.05.2017
4. Macron hat sehr schnell gelernt
wie Journalisten ticken. Die USA sind das beste Vorbild zu was die Journalie fähig ist.
Tobur 19.05.2017
5. Der Neue "Antichrist"?
Ohje, dami tritt er in die Fußstapfen von Donald Trump. Mal sehen, ob er nun auch so hart angegangen wird. Auf jeden Fall ist die Fallhöhe größer, war er doch gerade zum Heilsbringer erkoren, bevor noch irgendwer wusste wofür er steht. Und nun will er doch tatsächlich selbst Spielregeln festlegen...
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