Kampf gegen den Terror Kampfjets starten von "Charles de Gaulle" zu Anti-IS-Einsätzen

Frankreich verstärkt seine Luftangriffe gegen den "Islamischen Staat". Vom Flugzeugträger "Charles de Gaulle" im Mittelmeer aus fliegen nun wieder Jagdbomber Einsätze gegen die Terrormiliz.


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Am Sonntag erreichte der französische Flugzeugträger "Charles de Gaulle" das östliche Mittelmeer, jetzt sind die ersten Jagdbomber zu Einsätzen gegen die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) in Syrien und im Irak gestartet. Das berichtete Frankreichs Militär nach Angaben der Nachrichtenagentur Reuters und dpa. Ziel seien Stellungen der Extremisten im Irak gewesen. Dabei seien zwei Ziele zerstört worden, teilte der Generalstab ohne Angabe von Details mit.

AFP hatte zuvor gemeldet, es sei noch unklar, ob es sich um Aufklärungsflüge handele oder ob Luftangriffe gegen IS-Stellungen geflogen werden sollten.

Die "Charles de Gaulle" war nach der Terrorserie von Paris mit 130 Toten von der französischen Regierung ins Mittelmeer geschickt worden. Verteidigungsminister Jean-Yves Le Drian hatte am Sonntag angekündigt, die Kampfflugzeuge würden von diesem Montag an einsatzbereit sein.

An Bord des 261 Meter langen und 64 Meter breiten Kriegsschiffes sind nach Marine-Angaben unter anderem 18 "Rafale"-Jagdbomber und acht Jagdbomber vom Typ Super Etendard. Frankreich verdreifacht damit die Zahl seiner Kampfflieger im Einsatz gegen die IS-Extremisten (Lesen Sie hier alle Hintergründe zum IS). Bisher waren lediglich je sechs Jets in den Vereinigten Arabischen Emiraten und in Jordanien stationiert.

Der nuklearbetriebene Flugzeugträger war von Februar bis April im Persischen Golf im Einsatz. Frankreich fliegt seit September 2014 Luftangriffe gegen die IS-Dschihadisten im Irak und weitete den Einsatz im September 2015 auf Syrien aus. Seit Beginn des Bombardements haben die französischen Streitkräfte nach eigenen Angaben bei mehr als 1200 Einsätzen gut 450 IS-Ziele zerstört. Auch in den Tagen nach den Anschlägen in Paris hatte Frankreich bei Angriffen zahlreiche Stellungen der Terrormiliz in Syrien bombardiert.

Cameron unterstützt Hollandes Kampf gegen den IS

Der britische Premier David Cameron sagte Paris im Kampf gegen den IS Unterstützung zu. Die französische Luftwaffe könne den britischen Stützpunkt Akrotiri auf Zypern nutzen, sagte er am Montag in Paris nach Gesprächen mit Präsident François Hollande. Außerdem werde die britische Luftwaffe den Nato-Partner mit der Betankung französischer Flugzeuge in der Luft unterstützen. Weiter werde Großbritannien stärker Geheimdienstinformationen mit den europäischen Verbündeten teilen.

Hollande kündigte eine weitere Intensivierung der Luftangriffe auf den IS in Syrien an. Nach US-Angaben wurden dort durch Luftangriffe der USA und ihrer Verbündeten am Wochenende fast 300 IS-Fahrzeuge und eine Ölanlage der Extremisten zerstört. Zugleich meldete die syrische Armee Erfolge gegen die Terrormiliz.

Teheran verspricht Putin Solidarität

Der russische Präsident Wladimir Putin war am Montag zu Gast in Iran. Der oberste iranische Führer Ali Chamenei sagte Putin die uneingeschränkte Solidarität seines Landes beim Kampfeinsatz in Syrien gegen den IS zu. Moskau hatte in den vergangenen Tagen seine Luftangriffe in Syrien verstärkt. Allerdings richten sich die Attacken auch gegen andere Rebellengruppen, die gegen den syrischen Machthaber Baschar al-Assad kämpfen - einen Verbündeten Moskaus. Wie Russland unterstützt Iran den syrischen Machthaber Assad und will ihn in eine politische Lösung des Syrienkonflikts einbinden.

Russland hatte seinen Einsatz in Syrien zuletzt noch verstärkt. Ende Oktober war eine russische Passagiermaschine über der ägyptischen Sinaihalbinsel abgestürzt. Dabei handelt es sich nach Einschätzung Moskaus um einen Bombenanschlag.

"Iran steht hinter der konstruktiven Politik Russlands in Syrien", sagte der Ajatollah. Wenn die Terroristen jetzt in Syrien nicht gestoppt würden, dann würden sie sehr bald zu einer globalen Gefahr für alle, warnte Chamenei.

Er teile mit Putin den Standpunkt, dass die politische Zukunft Syriens nicht von außen, sondern vom syrischen Volk selbst bestimmt werden müsse, sagte Chamenei. "Mit Ihrer Syrienpolitik haben Sie für Ihr Land und für sich selbst sehr viel Kredit in der Region gewonnen", sagte der Geistliche. Er hat nach der iranischen Verfassung das letzte Wort in allen strategischen Belangen. Putin lobte im Gegenzug Iran als einen "guten und zuverlässigen Partner" in der Region.

Im Video: Frankreich schickt Flugzeugträger ins Mittelmeer

Marine Nationale France


Zusammengefasst: Zum ersten Mal sind wieder französische Jagdbomber vom Flugzeugträger "Charles de Gaulle" im östlichen Mittelmeer aus Einsätze gegen den IS geflogen. Der britische Premier David Cameron sagte Paris seine Unterstützung zu: Die französische Luftwaffe kann nun unter anderem den britischen Stützpunkt auf Zypern nutzen. Russland und Iran zeigten sich am Montag ebenfalls solidarisch in ihrem Kampf gegen die Terrormiliz.

heb/Reuters/AFP/dpa

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