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Nach Terrorattacken in Frankreich: Historisches Umfrageplus für Hollande

Präsident Hollande: Historischer Popularitätssprung nach den Anschlägen Zur Großansicht
REUTERS

Präsident Hollande: Historischer Popularitätssprung nach den Anschlägen

Frankreichs Präsident Hollande kann nach den Terrorattacken seine Beliebtheit enorm steigern - laut einer Umfrage um sagenhafte 21 Prozentpunkte. Sein Krisenmanagement kommt offenbar gut an.

Berlin/Paris - Nach der islamistischen Anschlagsserie in Frankreich hat Präsident François Hollande in seinem Land enorm an Ansehen gewonnen: Der Präsident konnte ein historisches Plus von 21 Punkten verbuchen und kommt nunmehr auf 40 Prozent Unterstützung bei den Franzosen, wie eine am Montag veröffentlichte Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Ifop-Fiducial für das Magazin "Paris-Match" und Sud Radio ergab.

Auch die Zustimmung zum sozialistischen Premierminister Manuel Valls stieg um 17 Punkte auf 61 Prozent, teilte das Umfrage-Institut mit.

Hollande war angesichts der Wirtschaftskrise und der hohen Arbeitslosigkeit in den vergangenen Monaten in den Umfragen auf ein historisches Tief abgerutscht. Sein Auftreten nach den Anschlägen in Paris und das Krisenmanagement mit Valls fanden bei den Franzosen aber breite Zustimmung.

Noch nie habe es einen solchen Sprung von mehr als 20 Punkten in einer Ifop-Umfrage für einen Staatschef gegeben, sagte der Ifop-Meinungsforschungschef Frédéric Dabi. Der Umgang des Führungsduos mit der Krise nach den Anschlägen werde klar gewürdigt. Im Dezember hatten nur 19 Prozent mit Ja auf die Frage geantwortet, ob sie das Handeln von Hollande guthießen.

Bereits am Wochenende hatte eine Umfrage für "Sud Ouest Dimanche" Hollande einen deutlichen Popularitätszuwachs bescheinigt. Dieser Umfrage zufolge hält allerdings nur eine Minderheit der Franzosen Hollande für kompetent: Lediglich 22 Prozent bescheinigen ihm die Fähigkeit "klaren Kurs zu halten", 20 Prozent billigen ihm Autorität zu.

flo/dpa/AFP

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insgesamt 47 Beiträge
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1. Ironie des Schicksals
morax 19.01.2015
Es ist doch schon sehr fragwürdig, wenn der Häuptling plötzlich an Popularität gewinnt weils gerade mal raucht im Dach. Ansonsten muss er in der Bedeutungslosigkeit dümpeln?
2. ***
Steffen Bast 19.01.2015
Es gab Zeiten da wurden Politiker an wirtschaftlichen oder politischen Erfolgen gemessen und nicht an der Zahl der Trauermärsche.
3. na klar!
auweia 19.01.2015
Wer als offizieller Anführer in der Krise eine gute Figur macht (man denke an Bush Jr. mit Feuerwehrmann auf den WTC-Ruinen oder - Achtung, anderer Maßstab - Schröder in Gummistiefeln auf dem Deich - im Hintergrund die Sandsäcke stapelnden Soldaten - oder Merkel & Steinbrück bei der Verkündung, dass die Sparguthaben sicher sind) der wird durch gute Umfragewerte belohnt - was immer das auch wert ist.
4. Schein ist wertvoller als Sein
kael 19.01.2015
Schein ist wertvoller als Sein. Das ist aus dem repräsenatativen Spitzen-Votum für Hollande abzulesen. Aber das gilt nicht nur für Frankreich. Auch unsere Spitzenpolitiker profitieren eher vom Schein als vom Sein.
5. Nicht ganz richtig
Manollo 19.01.2015
Zitat von Steffen BastEs gab Zeiten da wurden Politiker an wirtschaftlichen oder politischen Erfolgen gemessen und nicht an der Zahl der Trauermärsche.
der Hamburger Innensenator Helmut Schmidt begründete sein lebenslanges 'Macher'-Image erst durch sein beherztes Krisenmanagement während der Sturmflut 1962 in Hamburg, das ihn bundesweit bekannt machte.
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Hauptstadt: Paris

Staatsoberhaupt:
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Regierungschef: Manuel Valls

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