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Nachwahl in Frankreich: Rechtsextreme gewinnen die meisten Stimmen

FN-Kandidatin Montel: Warnte in Wahlkampagne vor der "islamistischen Gefahr" Zur Großansicht
AFP

FN-Kandidatin Montel: Warnte in Wahlkampagne vor der "islamistischen Gefahr"

Bei einer Nachwahl in Frankreich geht es um die Neubesetzung eines Parlamentssitzes. In der ersten Runde konnte die Kandidatin des Front National, Sophie Montel, 33 Prozent der Stimmen erreichen.

Paris - Frankreichs rechtsextreme Partei hat bei einer Nachwahl für die Nationalversammlung einen Erfolg erzielt: Die Kandidatin des Front National (FN), Sophie Montel, erhielt im ostfranzösischen Departement Doubs mit knapp 33 Prozent die meisten Stimmen. In einer Woche tritt sie somit in einer Stichwahl gegen den sozialistischen Kandidaten an.

Neu zu vergeben ist der Abgeordnetensitz des Sozialisten Pierre Moscovici , der frühere Finanzminister war im November EU-Wirtschafts- und Währungskommissar geworden. Bei der Abstimmung am Sonntag kam der Sozialist Frédéric Barbier auf knapp 29 Prozent. Vorgänger Moscovici konnte bei der Parlamentswahl 2012 noch zwölf Prozent der Stimmen mehr auf sich vereinen. Der Kandidat der konservativen UMP von Ex-Staatschef Nicolas Sarkozy, Charles Demouge, kam auf knapp 27 Prozent der Stimmen.

Die FN-Kandidatin Montel hatte aus den Anschlägen in Paris Anfang Januar Kapital zu schlagen versucht. Sie warnte in ihrer Wahlkampagne vor der "islamistischen Gefahr". Montel sagte, ihr gutes Abschneiden bei der Nachwahl um den Parlamentssitz zeige, dass der FN in der Region gut verankert sei. Sollte sie die zweite Wahlrunde am kommenden Sonntag gewinnen, zöge sie als dritte FN-Abgeordnete in die französische Nationalversammlung ein.

Die Sozialisten wollen das mit allen Kräften verhindern - und hoffen in der Stichwahl auf die Stimmen der konservativen Wähler. Der sozialistische Kandidat Barbier rief zur Einheit auf, "damit die Demokratie gewinnt".

Doch die Konservativen sind uneins, ob sie den Sozialisten in der zweiten Runde unterstützen sollen. Die stellvertretende Parteivorsitzende Nathalie Kosciusko-Morizet sagte den Sendern RMC und BFMTV, sie "persönlich" würde in diesem Fall für den sozialistischen Kandidaten und damit gegen den FN stimmen. UMP-Generalsekretär Laurent Wauquiez sagte hingegen, er werde nicht dazu aufrufen, die Sozialisten zu wählen. "Meine Ideen sind nicht die der sozialistischen Partei, also rufe ich nicht dazu auf, die Sozialisten zu wählen."

Der FN hatte im vergangenen Jahr mehrere Wahlerfolge erzielen können: Bei den Kommunalwahlen im März eroberte er rund ein Dutzend Rathäuser. Bei den Europawahlen im Mai wurde er mit knapp 25 Prozent erstmals stärkste Kraft in Frankreich.

vek/AFP/Reuters

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1. statistiken
pronpat 02.02.2015
Dazu müßte man jetz noch sagen: 1- Niemand hat damiit gerechnet, dass die PS überhaupt in die Stichwahl kommt. 2-nur 40% sind wählen gegangen, selbst die FN hat Wähler verloren 3- sie Rechtsradikalen haben aber kaum Wählerreserven denn bis auf wenige sind sie alle wählen gegangen. 4 die Ps hat noch Wählerpotential, dass sie noch aufrufen kann. Wenn die Konservativen sich enthalten und die Ps mobilisieren kann, dann brauchen wir nicht mehr über die FN sprechen. Das hätte zur Vervollständigung des Artikels dazugehört. So hört es sich ja so dramatisch an.
2. Das ist ein Problem des Mehrheitswahlrechts.
licorne 02.02.2015
Die Stimmen für die UMP fallen somit unter den Tisch. Beim 2. Wahlgang bleiben normalerweise 2 Kandidaten übrig. Das gibt einen Vorgeschmack auf die Präsidentschaftswahlen 2017. Am Ende wird man die Wahl zwischen FN und PS oder UMP haben. Der Front National wird 2017 nicht gewinnen, es gilt also, in den zweiten Wahlgang zu kommen.
3. Der FN gewinnt nicht, aber ...
Worldwatch 02.02.2015
... die anderen Parteien verlieren rapide an Zustimmung, da sie in der jeweiligen Regierungsverantwortung allesamt so sehr versagt haben, bzw. derzeit versagen. "Wutbuerger" a la France.
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