Paris Frankreich gedenkt der Opfer des Terroranschlags auf "Charlie Hebdo"

Es war eine Serie von Attentaten, die Frankreich im Jahr 2015 tief erschütterte: 17 Menschen starben. Vor dem Gebäude des Magazins "Charlie Hebdo" erinnerten nun Politiker an die Toten.

Frankreichs Innenminister Christophe Castaner und Justizministerin Nicole Belloubet
AFP

Frankreichs Innenminister Christophe Castaner und Justizministerin Nicole Belloubet


Vier Jahre nach dem islamistischen Terroranschlag gegen das Pariser Satiremagazin "Charlie Hebdo" haben französische Politiker der Opfer gedacht. Innenminister Christophe Castaner, weitere Ressortchefs sowie die Pariser Bürgermeisterin Anne Hidalgo versammelten sich vor dem früheren Redaktionsgebäude im elften Stadtbezirk. Staatschef Emmanuel Macron teilte via Twitter mit, die Angreifer hätten die Meinungsfreiheit und die französische Republik bekämpft. "Die Republik ist immer noch da, und die Meinungsfreiheit (ist) stärker denn je."

Bei dem Anschlag auf "Charlie Hebdo", eine Polizistin und einen jüdischen Supermarkt waren im Januar 2015 zusammen 17 Menschen getötet worden. Die drei islamistischen Täter wurden von der Polizei erschossen. Die Angriffe leiteten eine beispiellose Terrorserie in Frankreich ein, bei der insgesamt rund 250 Menschen starben.

Nach den Anschlägen hatten Millionen Franzosen am 11. Januar 2015 landesweit protestiert. Die Losung "Je suis Charlie" wurde weit über die Grenzen Frankreichs bekannt.

Blumen am ehemaligen Redaktionssgebäude
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Blumen am ehemaligen Redaktionssgebäude

Die Staatsanwaltschaft hatte erst im vergangenen Monat einen Strafprozess gegen mutmaßliche Unterstützer der Attentäter vom Januar 2015 beantragt. Demnach sollen 14 Verdächtige vor ein Geschworenengericht gestellt werden. Ermittlungsrichter müssen noch entscheiden, ob sie diesem Antrag ganz oder teilweise folgen. Der Prozess könnte nach Informationen der Tageszeitung "Le Figaro" im kommenden Jahr beginnen und rund drei Monate dauern.

Im Dezember leitete die Justiz auch ein Ermittlungsverfahren gegen den mutmaßlichen Dschihadisten Peter Cherif ein. Der Verdächtige soll nach übereinstimmenden Medienberichten enge Verbindungen zu Chérif und Said Kouachi gehabt haben, denen der Anschlag auf "Charlie Hebdo" vorgeworfen wird.

mho/dpa

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