Paris - Alles läuft auf einen Machtwechsel in Frankreich heraus. Bei einer neuen Umfrage des Meinungsforschungsinstituts CSA für den ersten Wahlgang am kommenden Sonntag lag der Sozialist François Hollande mit 29 Prozent bereits fünf Punkte vor Präsident Nicolas Sarkozy.
Und auch für den zweiten Wahlgang, vierzehn Tage später, haben sich die Franzosen offenbar schon entschieden. Da beträgt der Abstand zwischen Hollande und Sarkozy sogar 16 Prozentpunkte. Bislang hatten beide Kandidaten sich in den Umfragen für den ersten Durchgang nahezu ein Kopf-an-Kopf-Rennen geliefert.
Die Kandidatin des rechtsextremen Front National, Marine Le Pen, kann laut CSA mit 17 Prozent, der Kandidat der Linksfront, Jean-Luc Mélenchon, mit 15 Prozent rechnen. Auf den Zentrumskandidaten François Bayrou entfallen zehn Prozent.
Bei einer Umfrage des Instituts BVA kam Sarkozy etwas besser davon. Demnach würden am Sonntag 29,5 Prozent für Hollande stimmen und 27,5 für Sarkozy. Die zweite Runde dürfte der Sozialist mit 56 zu 44 Prozent gewinnen.
Auch immer mehr ehemalige Mitarbeiter Sarkozys wechseln die Seiten. Die frühere Staatssekretärin Fadela Amara kündigte am Dienstagabend in der Online-Ausgabe der Zeitung "Libération" an, sie werde für den Sozialisten Hollande stimmen. Sarkozy hatte Amara, seit Jahren Mitglied der Sozialisten, 2007 als Staatssekretärin für Stadtpolitik in seine Regierung geholt. Die Personalie war damals Teil von Sarkozys Strategie, sein Kabinett für Politiker der Opposition zu öffnen. Amara schied 2010 im Zuge einer Kabinettsumbildung aus der Regierung aus.
Auch andere, früher in konservativen Regierungen tätige Politiker wollen François Hollande ihre Stimme geben. Dazu gehören der ehemalige Armutsbekämpfungs-Beauftragte Martin Hirsch, der frühere Staatssekretär für Gleichstellung, Azouz Begag, und Ex-Kulturminister Jean-Jacques Aillagon. Auch Sarkozys konservativer Vorgänger Jacques Chirac hat sich nach Informationen aus seinem Umfeld für Hollande ausgesprochen.
als/Reuters/AFP
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