Wahlkampf in Frankreich: Le Pen vergleicht Sarkozy-Rede mit Nazi-Aufmarsch

"Ich glaubte, ich sei in Nürnberg": Rechtsextremist Jean-Marie Le Pen hat einen Wahlkampfauftritt von Präsident Sarkozy mit einer Massenkundgebung der Nationalsozialisten verglichen. Es ist nicht das erste Mal, dass der alternde Rechtsextremist mit absurden Vergleichen auffällt.

Jean-Marie Le Pen mit Tochter Marine: Vergleich von Sarkozy-Auftritt mit Nazi-Zeit Zur Großansicht
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Jean-Marie Le Pen mit Tochter Marine: Vergleich von Sarkozy-Auftritt mit Nazi-Zeit

Paris - Der französische Rechtsextreme Jean-Marie Le Pen hat die große Wahlkampf-Kundgebung von Präsident Nicolas Sarkozy am vergangenen Sonntag mit den Nazi-Aufmärschen in Nürnberg verglichen. "Ich habe neulich, als ich den Platz gesehen habe, geglaubt, dass das Nürnberg sei", sagte der 83-Jährige am Donnerstag dem Sender LCP.

Bei der Wahlkampf-Veranstaltung Sarkozys hatten sich nach dessen Angaben rund 120.000 Anhänger auf dem Place de la Concorde in Paris versammelt. Le Pen brachte auch Sarkozys Initialen "NS" direkt in Verbindung mit der gängigen Abkürzung NS für den Nationalsozialismus.

In Frankreich findet am Sonntag die erste Runde der Präsidentenwahl statt, bei der auch Le Pens Tochter, Marine Le Pen, als Kandidatin antritt. Laut Umfragen liegt sie derzeit zwischen 14 und 17 Prozent. Ihr Vater, der Gründer der rechtsextremen Partei Front National (FN), hatte im Jahr 2002 bei der Präsidentschaftswahl überraschend den Einzug in die Stichwahl geschafft und erst dann gegen Jacques Chirac verloren.

Jean-Marie Le Pen stand bereits mehrfach wegen rassistischer oder antisemitischer Äußerungen vor Gericht. Die Gaskammern in den NS-Konzentrationslagern hatte er als "Detail" der Geschichte bezeichnet.

Sarkozy büßt in Umfrage ein

Für Sarkozy sieht es laut einer neuen Umfrage bei der Präsidentschaftswahl nach einer Niederlage gegen seinen Herausforderer François Hollande von den Sozialisten aus. Nach einer am Donnerstag von der Zeitung "Le Figaro" veröffentlichten Erhebung von OpinionWay liegen Sarkozy und sein sozialistischer Herausforderer François Hollande für die ersten Runde am Sonntag gleichauf bei 27,5 Prozent.

In der Stichwahl am 6. Mai kann Hollande aber mit einem deutlichen Sieg von 55 zu 45 Prozent rechnen. Damit ist der Vorsprung Hollandes um zwei Punkte gewachsen. Hoffnung setzt Sarkozy noch auf die vielen Unentschlossenen: 23 Prozent wissen laut der OpinonWay-Umfrage noch nicht, für wen sie stimmen werden.

fab/AFP/dapd

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1. Den Eindruck hatte ich im TV auch
Radtourist 19.04.2012
Zitat von sysopREUTERS"Ich glaubte, ich sei in Nürnberg": Rechtsextremist Jean-Marie Le Pen hat einen Wahlkampfauftritt von Präsident Sarkozy mit einer Massenkundgebung der Nationalsozialisten verglichen. Es ist nicht das erste Mal, dass der alternde Rechtsextremist mit absurden Vergleichen auffällt. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,828558,00.html
Genau den Eindruck hatte ich auch, als ich um Ostern herum in Frankreich die offiziellen Werbespots der Kandidaten gesehen habe. Die Choreographie des offiziellen Spots von Sarkozy erinnerte stark an Leni Riefenstahl: Massen jubelten dem Präsidenten zu, ein Heer von Jubelnden mit einem Heer von Fahnen und das Jubeln in einem Chor. Ich mag Le Pen nicht und würde weder seine Tochter noch Sarkozy wählen, aber meine Assoziation ist dieselbe, die Le Pen geäußert hat.
2.
jayjayjayjay 21.04.2012
Zitat von RadtouristGenau den Eindruck hatte ich auch, als ich um Ostern herum in Frankreich die offiziellen Werbespots der Kandidaten gesehen habe. Die Choreographie des offiziellen Spots von Sarkozy erinnerte stark an Leni Riefenstahl: Massen jubelten dem Präsidenten zu, ein Heer von Jubelnden mit einem Heer von Fahnen und das Jubeln in einem Chor. Ich mag Le Pen nicht und würde weder seine Tochter noch Sarkozy wählen, aber meine Assoziation ist dieselbe, die Le Pen geäußert hat.
den eindruck hat man ebenso beim wahlkampf in den staaten, von le pen wars allerdings wohl eher als kompliment gemeint, trägt er das gedankengut des ns regimes unverholen weiter. leni riefenstahls filmisches werk mag zwar propaganda vom feinsten sein, aber ebenso künstlerisch anspruchsvoll, es ist klar das dieser stil die massen anzieht, handwerklich ist es nämlich ein meisterwerk.
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