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Frankreich: Wer steuerte die Drohnen über Paris?

Zentrum von Paris: Drohnensichtungen in der Nacht Zur Großansicht
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Zentrum von Paris: Drohnensichtungen in der Nacht

Über Paris sind in der vergangenen Nacht erneut mehrere Drohnen gesichtet worden. Diesmal überflogen sie strategische Plätze im Zentrum der französischen Hauptstadt. Die Polizei ermittelt.

Paris - Die Pariser Polizei hat in der Nacht zu Dienstag fünf Drohnen über der französischen Hauptstadt entdeckt. Die Sicherheitsbehörden sind beunruhigt, weil die Flugobjekte strategisch sensible Bereiche im Zentrum der Stadt überflogen: Den Eiffelturm, die US-Botschaft, die Bastille, die Place de la Concorde und den Bereich um das Hôtel des Invalides.

Wer hinter den Flügen stecke und die Drohnen gesteuert habe, sei unklar, berichtet die französische Tageszeitung "Le Figaro". Die Sicherheitsbehörden setzten französischen Medienberichten zufolge Polizisten ein, um herauszufinden, von wo aus die Drohnen gesteuert wurden - allerdings vergeblich.

Die Sichtungen fanden laut "Figaro" zwischen Mitternacht und 6 Uhr früh statt. Die Drohne über der US-Botschaft sei um 1 Uhr bemerkt worden. Die Flughöhe soll jeweils zwischen 100 und 300 Metern betragen haben.

Drohnen über Atomkraftwerken

Seit Oktober vergangenen Jahres hatten Drohnen unbekannter Herkunft insgesamt 17-mal französische Atomkraftwerke und andere Nuklearanlagen überflogen. Im Januar war eine Drohne über dem Elysée-Palast beobachtet worden. Die Polizei habe das Fluggerät sofort entdeckt, hieß es damals am Sitz von Staatschef François Hollande. Der Überflug ereignete sich rund eine Woche nach der islamistischen Anschlagsserie im Großraum Paris mit 17 Todesopfern.

Danach begann die Staatsanwaltschaft Paris mit der Untersuchung solcher Vorfälle. Nie zuvor war jedoch laut "Le Monde" eine so große Zahl von Drohnenflügen in so kurzer Zeit wie in der Nacht zum Dienstag bemerkt worden.

In Paris und allen anderen französischen Ballungsräumen ist der Luftraum für Drohnen gesperrt. Ausnahmen gibt es nur mit behördlicher Genehmigung. In ganz Frankreich ist es zudem untersagt, nachts Drohnen steigen zu lassen. Wer gegen die Verbote verstößt, riskiert bis zu einem Jahr Gefängnis und 75.000 Euro Strafe.

ler

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insgesamt 44 Beiträge
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1. Gezielte Provokationen
Dr.W.Drews 24.02.2015
Diese Drohnenpiloten wollen, daß ihre Drohnen entdeckt werden. Das ist Teil ihres Plans. Die Piloten zu finden dürfte jedoch fast unmöglich sein. Gute Drohnen fliegen autonom und man kann die Verbindung zur Heimatbasis verschlüsseln. Und auch der Rückflug ist leicht unbeobachtet möglich. Ab einer gewissen Höhe kann niemand mehr die Drohnen sehen.
2. Und los geht es
Haxe 24.02.2015
3, 2, 1, EU weites Drohnenverbot. Allerdings kann man sich auch alles mit Google Earth angucken.
3. Drohne ist ein weiter Begriff
Bearhawk 24.02.2015
Damit das Ganze etwas besser eingeschätzt werden kann, wäre es schön wenn man erfahren würde welche Größe diese Drohnen denn haben. Handelt es sich um kleine Quadcopter die gerade mal eine Camera tragen können oder sind es so grosse Drohen wie beispielsweise eine MQ9. Die Ersten stellen wohl kaum eine ernstzunehmende Gefahr dar, Letztere sind so gross wie ein Flugzeug und werden nur von Militärs geflogen. Dazwischen tummeln sich Drohnen jeglicher Größe die von Polizeibehörden und was weiss ich von wem noch geflogen werden.
4. Seit wann kümmern sich Drohnen-Piloten um behördliche
hugahuga 24.02.2015
Genehmigungen. Sicher nicht, wenn sie privat und bei Dunkelheit auf bestimmte Ziele eingesetzt wurden und ganz bestimmt auch nicht, wenn dahinter die Geheimdienste anderer Staaten stecken. In diesem Zusammenhang sei auf Israel und seinen extensiven Drohnen-Bau verwiesen.
5. Ablenkung
tailspin 24.02.2015
Es geht gar nicht um Drohnen, sondern wer sie fliegen laesst. Drohnen sind nur dann akzeptabel, wenn sie von kriminell veranlagten Staatsgebilden herumgeflogen werden.
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