Rechtspopulisten in Frankreich Rassistische Ausfälle gegen Johanna-von-Orléans-Darstellerin

Sie setzte sich gegen Hunderte Anwärterinnen durch, um Johanna von Orléans bei einer Gedenkfeier spielen zu können. Für manche Franzosen ist Mathilde Edey Gamassou trotzdem die Falsche - ihrer Hautfarbe wegen.

Statue in Paris
REUTERS

Statue in Paris


Die 17-jährige Französin Mathilde Edey Gamassou entspricht eigentlich genau den Anforderungen, um Johanna von Orléans zu spielen. Sie lebt seit zehn Jahren in Orléans, geht dort auf ein Gymnasium, ist katholisch und widmet ihre Zeit ihren Mitmenschen. Zudem soll sie eine "interessante Persönlichkeit" sein.

Trotzdem gibt es Diskussionen darüber, ob Gamassou tatsächlich die Richtige ist, um die französische Nationalheldin Ende April bei den Feiern zu ihrem historischen Sieg im Jahr 1429 zu verkörpern - auch wenn sie sich gegen 250 andere Kandidatinnen durchsetzte. Der Grund für kritische Reaktionen: Gamassou hat westafrikanische Wurzeln.

Die Vorsitzende des Auswahlkomitees, Bénédicte Baranger, erklärte, sie sei traurig, dass diese Wahl nun für bestimmte Zwecke vereinnahmt werde.

Auf rechtspopulistischen Webseiten wurden Vorwürfe laut, die Verantwortlichen wollten die Geschichte neu schreiben. Auf einem antimuslimischen Portal hieß es: "Nächstes Jahr trägt Johanna von Orléans eine Burka." Auf einer anderen Seite war von einer "Propaganda für Mestizen" die Rede.

In Orléans wird vom 28. April bis 8. Mai an den legendenumwobenen Sieg der Jungfrau gegen die Engländer im hundertjährigen Krieg erinnert.

vks/AFP

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