Wegen angespannter Beziehung Frankreich schließt Handelsvertretung in Moskau

Auf einem Bankkonto habe es illegale Beschlagnahmungen gegeben: Eine wichtige französische Handelsvertretung in Moskau hat deshalb ihre Arbeit eingestellt, doch das dürfte nicht der einzige Grund gewesen sein.

Das International Business Center in Moskau
REUTERS

Das International Business Center in Moskau


Das Verhältnis Russlands zu vielen europäischen Staaten ist aktuell ähnlich angespannt wie die Beziehungen zu den USA. Während Kremlchef Wladimir Putin und US-Präsident Donald Trump jedoch nach ihrem historischen Gipfeltreffen Besserung in Aussicht stellen, hat Frankreich nun erneut Konsequenzen aus den Spannungen gezogen - und eine wichtige Handelsvertretung in Moskau geschlossen. Das teilte die französische Botschaft in der russischen Hauptstadt mit.

Die Arbeitsbedingungen für Business France, eine öffentliche französische Einrichtung zur Wirtschaftsförderung, hätten sich in den vergangenen Monaten massiv verschlechtert, hieß es.

Die Botschaft nannte illegale Beschlagnahmungen auf einem Bankkonto als Beispiel. Zudem sei der Direktor von Business France ausgewiesen worden. Medienberichten zufolge musste er im Zusammenhang mit dem Fall des in Großbritannien vergifteten Ex-Agenten Sergej Skripal das Land verlassen. Westliche Staaten und Russland hatten im März gegenseitig Dutzende Diplomaten des Landes verwiesen.

Frankreich ist neben Deutschland einer der wichtigsten EU-Handelspartner für Russland. Erst am Sonntag hatte Präsident Emmanuel Macron den russischen Staatschef Wladimir Putin am Rande des Endspiels der Fußball-Weltmeisterschaft getroffen. Dabei hatte Putin von Signalen der Entspannung zwischen Moskau und Paris gesprochen.

aev/dpa



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