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Gestoppter "Mistral"-Deal: Frankreich verkauft Kriegsschiffe jetzt nach Ägypten

Kriegsschiff "Sebastopol" der "Mistral"-Klasse: Ägypten kauft zwei französische "Mistral"-Schiffe Zur Großansicht
DPA

Kriegsschiff "Sebastopol" der "Mistral"-Klasse: Ägypten kauft zwei französische "Mistral"-Schiffe

Eigentlich waren die beiden "Mistral"-Kriegsschiffe für Russland bestimmt, doch dann stoppte Frankreich die Lieferung wegen der Ukrainekrise. Jetzt hat Paris einen neuen Käufer gefunden: Ägypten.

Frankreichs Präsident François Hollande und sein Kollege Abdel Fattah el-Sissi sind sich einig: Ägypten kauft die zwei "Mistral"-Hubschrauberträger, die ursprünglich Russland erwerben sollte. Die Staatschefs hätten sich über die Konditionen verständigt, teilte das Büro von Hollande am Mittwoch mit. Zum Preis gab es aus Paris keine Angaben.

Russland hatte die beiden Hubschrauberträger im Wert von rund 1,2 Milliarden Euro im Juni 2011 bestellt. Wegen des russischen Vorgehens in der Ukraine stoppte Frankreich die Lieferung vergangenes Jahr jedoch nach internationalen Protesten. Danach verhandelten beide Seiten monatelang über die Kosten.

Anfang August gaben sie bekannt, dass sie sich auf die Auflösung des "Mistral"-Vertrages geeinigt hätten. Frankreich kündigte dann Anfang September an, knapp eine Milliarde Euro an Russland zu überweisen. Die französische Regierung werde den russischen Behörden "die vereinbarte Summe von 949.754.849 Euro" zahlen, heißt es in einem Gesetzentwurf. Im Gegenzug bekam Paris das Recht, die bereits gebauten Kriegsschiffe an ein anderes Land zu verkaufen.

Die Schiffe der "Mistral"-Klasse sind die größten französischen Kriegsschiffe nach dem Flugzeugträger "Charles de Gaulle". Sie können unter anderem mehrere Landungsboote, 16 Hubschrauber, 13 Panzer und 450 Soldaten unterbringen. Ihre Lieferung an Russland stieß bereits vor der Ukrainekrise auf Vorbehalte bei osteuropäischen Ländern, die befürchteten, dass Russland die Schiffe für Landeoperationen nutzen könnte.

Ägypten galt schon seit Längerem als wahrscheinlichster Käufer.

heb/dpa/AFP

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insgesamt 69 Beiträge
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1. Genau!
The Restless 23.09.2015
Mehr Waffen in den nahen Osten -> mehr Kriege, mehr Flüchtlinge, die zu uns kommen -> mehr Arbeiter für die Waffenindustrie -> Win-Win!
2. Tageszulassung?
Delos99 23.09.2015
Und Ägypten kann sich die Schiffe gar nicht leisten und verkauft sie daher umgehend nach...? Nett eingefädelt.
3. aha!
Spiegelleserin57 23.09.2015
und Ägypten verkauft sie dann an Russland und so fällt es nicht auf und die Gesetze sind umgangen!
4. Bescheuert..
unclesaaaam 23.09.2015
Den Russen benötigte Mittel verwehren um sinnvolles zu tun, diese aber einer Regierung verkaufen, die Touristen wegbombt. Wann wachen die Leute endlich auf?
5. hmmm...
fatherted98 23.09.2015
...für jede eingenommen Million müßte Frankreich 10.000 Flüchtlinge aufnehmen...aber nicht unter der Brücke verotten sondern ordentlich behandeln.
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