Frankreich-Wahl Wirbel um Sarkozys Edel-Apartment

Der Kauf eines Edel-Apartments zum Vorzugspreis droht Nicolas Sarkozy im Rennen um die französische Präsidentschaft zurückzuwerfen. Der Innenminister behauptet, die Immobilie "völlig regulär" erworben zu haben.


Paris - Sarkozy und seine Frau Cécilia hätten bei dem Deal 1997 umgerechnet "mindestens 300.000 Euro" wegen dubioser Nachlässe gespart, berichtet die Wochenzeitung "Le Canard enchaine". Verkäufer war demnach eine Immobilienfirma, die eng mit den Behörden von Neuilly zusammenarbeitete. Der heutige Innenminister war von 1983 bis 2002 Bürgermeister des Pariser Nobel-Vorortes.

Sarkozy: Ärger mit einer dubiosen Immobilie
REUTERS

Sarkozy: Ärger mit einer dubiosen Immobilie

Die Sarkozys hätten ihr 233-Quadratmeter-Apartment in Neuilly nicht nur zum "Freundschaftspreis" von umgerechnet 876.000 Euro gekauft - 12 und 35 Prozent unterhalb der in ihrer Wohnanlage üblichen Quadratmeter-Preise. Die ursprünglich zwei Wohnungen wurden demnach zudem auf Kosten der Firma Lasserre per Decken-Durchbruch zu einem zweigeschossigen Apartment zusammengefügt. Das Unternehmen, laut "Canard enchaîné" damals "Lieblings-Promoter" des Rathauses Neuilly, habe zudem mehr als die Hälfte der Kosten der Zusatzarbeiten etwa für Marmorfliesen, eine Glasfront und eine Eichentreppe getragen. Die Wohnung wurde dem Bericht zufolge erst im vergangenen November für 1,942 Millionen Euro weiterverkauft.

Der konservative Sarkozy, der heute auf Wahlkampftour war, bestritt "die Behauptungen eines verletzenden und beleidigenden Artikels". Er habe den Zeitungsbericht selbst noch nicht gesehen. Die Wohnung habe er aber "völlig regulär" erworben. So habe er eigens die Steuerbehörden des Regierungsbezirks gebeten zu prüfen, ob der Kaufpreis dem Marktpreis entspreche.

Das Enthüllungs- und Satireblatt betonte, es habe am Freitag Erklärungen eingefordert. Sarkozys Wahlkampfleiter Claude Guéant habe jedoch erst heute angerufen und gesagt, die Anfrage sei "verloren" gegangen. Sarkozy werde "nächste Woche" antworten.

Sarkozy tritt in knapp zwei Monaten gegen die sozialistische Kandidatin Ségolène Royal um die Nachfolge von Staatschef Jacques Chirac an. Zuletzt hatte Royal in Umfragen aufgeholt.

als/AFP



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